Weg frei für Wohngebiet

154 Wohnungen geplant: Alte Ziegelei in Vellmar darf bebaut werden

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Schandfleck am Ortseingang: Das Gelände der alten Ziegelei Löber in Niedervellmar liegt seit circa 30 Jahren brach. Hier soll nun ein Neubaugebiet entstehen.

Vellmar. Die Planungen stehen zwar noch ganz am Anfang, aber ein wichtiger Schritt ist getan: Das Gelände der alten Ziegelei kann mit Wohnungen bebaut werden.

Der Zentralausschuss der Regionalversammlung Nordhessen des Regierungspräsidiums Kassel hat nun grünes Licht gegeben. Die drei Hektar große Fläche auf dem ehemaligen Werksgelände der Ziegelei Löber im Stadtteil Niedervellmar kann von einer gewerblichen in eine Wohnbaufläche umgewidmet werden. Dieser Schritt war notwendig, um dort überhaupt Wohnungen bauen zu können.

Manfred Ludewig

„Wir sind froh und stolz darauf, dass es so reibungslos funktioniert hat“, sagt Vellmars Bürgermeister Manfred Ludewig. Denn seit über 30 Jahren liegt das Gelände brach und ist ein Schandfleck, der Besucher direkt am Ortseingang von Vellmar an der B 7/B 83 ins Auge sticht. Bis 1981 wurde auf dem Gelände der alten Ziegelei noch produziert. Der Projektentwickler Jochen Hohmann aus Künzell bei Fulda investiert zwischen 25 bis 30 Millionen Euro in das drei Hektar große Gebiet. Insgesamt sind 154 Wohneinheiten geplant. Der Investor will auf dem Gelände alle Wohnformen anbieten: mehrgeschossige Wohnhäuser mit insgesamt 100 Miet-, Eigentums- und Sozialwohnungen. Auch knapp 40 Einfamilienhäuser sind geplant.

„Das ist ein Glücksfall für uns“, sagt Ludewig. Denn die Nachfrage nach Wohnraum ist groß in der 20 000-Einwohner-Stadt. Jetzt geht es für Vellmar im nächsten Schritt darum, den Bebauungsplan gemeinsam mit dem Investor zu erarbeiten. Vor allem der Lärmschutz sei noch ein großes Thema, sagt Ludewig. „Aber auch dafür wird es eine Lösung geben.“ Der Bürgermeister favorisiert eine sogenannte Riegelbauweise im unteren Bereich der alten Ziegelei. Bei dieser Bauweise steht das Haus direkt an einer viel befahrenen Straße – in diesem Fall die B 7/B 83 –, wobei die Fassade auch als Schallschutzmauer zum ruhigen Innenhof dient.

Auch der städtebauliche Vertrag muss noch erarbeitet werden, in dem geregelt wird, welche Rechte und Pflichten der Investor auf der einen und die Kommune auf der anderen Seite hat. So baut zum Beispiel der Investor die Straßen in dem von ihm geplanten Wohngebiet, aber die Stadt Vellmar übernimmt die Verkehrssicherheit.

Einen konkreten Zeitplan für das Bauprojekt gibt es zwar noch nicht, aber das grüne Licht der Regionalversammlung ist der erste wichtige Schritt. „Realistisch ist, dass im Sommer 2018 mit dem Bau begonnen werden kann“, sagt Manfred Ludewig. Das einzige, was jetzt noch fehlt, ist ein Investor für ein Hotel, das sich die Stadt auf dem Gelände wünscht.

Hier befindet sich die alte Ziegelei:

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