Anzeigetafeln im Nahverkehr werden zunehmend Ziel von Vandalismus

Funktionieren nur noch eingeschränkt: Die beiden elektronischen Fahrplananzeiger an der Haltestelle Halitplatz im Stadtteil Nord-Holland wurden mutwillig beschädigt. Foto: Fischer

Kassel. 102 Straßenbahn- und Bushaltestellen im Stadtgebiet und an den Tramstrecken nach Vellmar, Baunatal und durch das Lossetal sind inzwischen mit 231 elektronischen Fahrplananzeigern ausgestattet. Doch die Monitore werden zunehmend mutwillig zerstört.

Die Anzeiger bilden den Fahrplan in Echtzeit ab, zeigen an, wann an den Haltestellen welche Tram und welcher Bus fährt.

Aktuell sind laut Kasseler Verkehrsgesellschaft (KVG) insgesamt acht Fahrplananzeiger an den Haltestellen Halitplatz (Nord-Holland), Friedrichsplatz (Mitte), Leuschnerstraße (Niederzwehren), Rieckswiesen (Lossetalstrecke) und Kleingartenverein (Baunatal) betroffen.

„Während wir mutwillige Beschädigungen zuvor nur sehr vereinzelt beobachtet haben, eskaliert die Situation seit Herbst 2013“, sagt KVG-Sprecherin Heidi Hamdad. Die Fälle seien von einem bis zwei auf 15 pro Jahr gestiegen. Die Höhe der Schäden im Stadtgebiet im vergangenen Jahr betrugen laut KVG etwa 25 000 Euro.

Die Zerstörungswut gegen die Anzeiger bezeichnet Hamdad als „neues Vandalismusphänomen“. Die Anzeiger seien eigentlich robust gebaut, die Monitore bestünden aus Sicherheitsglas. Doch systematischer und aggressiver Zerstörung halte auch dieses Material nicht mehr stand. Die KVG geht davon aus, dass die Monitore durch Steine und Eisenstangen zerstört worden sind. Auch die Masten seien stark beschädigt worden.

Bisher konnten noch keine Täter ermittelt werden, die KVG hatte in allen Fällen Anzeige erstattet. Da die Fahrplananzeiger von den Fahrgästen sehr gut angenommen würden, komme ein Abbau nicht infrage. Auch blinde und sehbehinderte Menschen profitierten davon, denn der auf den Monitoren angezeigte Text könne per Knopfdruck akustisch umgewandelt werden.

Jetzt will die KVG sogenannte Vandalismus-Sensoren an den elektronischen Fahrplananzeigern erproben. Die kosten 400 Euro pro Anzeiger. Alternativ hatte man überlegt, das Glas der Monitore zu verstärken oder die Monitore zu vergittern. Das hätte aber die Lesbarkeit der Anzeigen beeinträchtigt.

Außerdem wird laut Hamdad derzeit ein Ersatz des Glases durch eine Art Plexiglas geprüft. Der Nachteil: Das Material bleicht durch das Sonnenlicht aus und müsste nach einiger Zeit wieder ausgewechselt werden.

Bis Herbst dieses Jahres will die KVG weitere 34 Haltestellen mit den elektronischen Fahrplananzeigern ausstatten. Dann sollen insgesamt 293 dieser Anzeiger an 136 Stationen über die Ankunftszeiten von Bahnen und Bussen informieren.

Die Kosten belaufen sich auf insgesamt 6,3 Millionen Euro, von denen das Land 90 Prozent der förderfähigen Kosten bezuschusst. Als erste Haltestelle wurde 2009 der „Kirchweg“ mit einem elektronischen Fahrplananzeiger ausgestattet. (mkx) 

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