Beweisverfahren läuft weiter

Nach Asbestfund in Vellmar: Angeblich Gutachterproben verschwunden

Gegenstand von Diskussionen: das Bürgerhaus in Vellmar. Archivfoto: Wewetzer

Vellmar. Ob es eine Asbestbelastung im Bürgerhaus in Vellmar gibt, ist weiter unklar. Das Oberlandesgericht in Frankfurt gab jetzt der Stadt Vellmar recht, dass das Beweisverfahren gegen einen Gutachter, der eine Belastung festgestellt hatte, weiterlaufen muss.

„Das Oberlandesgericht in Frankfurt kam zu dem Schluss, dass das Gutachten noch ergänzt werden muss“, sagte ein Sprecher des Oberlandesgerichts.

Wert gesundheitsgefährdend

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Im Sommer 2011 ist ein von der Stadt bestellter Gutachter zu dem Ergebnis gekommen, dass es das Mineral in den Räumen gebe und der Wert gesundheitsgefährdend sei (wir berichteten). Im Zuge des geplanten Abrisses des Bürgerhauses gab die Stadt nach Auskunft von Bürgermeister Dirk Stochla (SPD) dann ein sogenanntes Schadstoffkataster in Auftrag. Dieses brauchen Abrissfirmen, um zu wissen, welche Vorkehrungen sie bei dem Abriss treffen müssen. „Das von uns in Auftrag gegebene Gutachten hätte da nicht ausgereicht“, erläutert Stochla.

Diesem Schadstoffkataster war dann nicht mehr zu entnehmen, dass es eine Asbest-Belastung gibt, „man konnte das erste Gutachten dort nicht nachvollziehen“, sagt Stochla. Deshalb habe die Stadt Vellmar vor dem Landgericht Kassel klären lassen wollen, ob das erste Gutachten richtig oder falsch sei. Klären sollte das ein vom Gericht beauftragter Gutachter. „Das war vor gut einem Jahr“, sagt Stochla. Ginge es nach dem Landgericht, wäre das Beweisverfahren bereits für beendet erklärt worden, die Stadt Vellmar war damit nicht einverstanden: Sie zog weiter zum Oberlandesgericht.

Weiterhin kein Ergebnis

Das hat der Stadt Vellmar nach Aussage von Stochla jetzt recht gegeben: Das Landgericht darf das Beweisverfahren noch nicht beenden, es müsse weiter geprüft werden, ob der erste Gutachter richtig oder falsch lag. „Es gibt also noch immer kein Ergebnis“, resümiert Stochla. Gleiches gelte für die Kulturhalle, in der vom ersten Gutachter ebenfalls Asbest nachgewiesen wurde. Dadurch, dass es aber Unklarheiten bei dem Bürgerhaus gebe, werde auch das von dem vom Landgericht bestellten Gutachter geklärt.

Dass angeblich Proben von dem vom Landgericht bestellten Gutachter verschwunden sein sollen, irritiert den Bürgermeister: „Davon wissen wir nichts.“ Vorstellen könne er sich das auch nicht. (cow)

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