Im Dach ist laut Baufirma Asbest verbaut

Der Bagger steht schon bereit: Schandfleck in Vellmar muss dran glauben

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Bagger in Stellung gebracht: Die Gebäude auf dem Grundstück Kasseler Straße 2 in Niedervellmar werden in den kommenden Tagen abgerissen. 

Vellmar. Die letzten Tage des Schandflecks in der Kasseler Straße 2 in Niedervellmar sind gezählt. Am Montag haben Mitarbeiter eines Baubetriebs begonnen, das Dach eines Garagenbaus abzudecken.

Sie waren mit Schutzanzügen, Handschuhen und Atemmasken bekleidet. Im Dach sei laut der Baufirma Asbest verbaut. Damit wird ein Schandfleck mitten in Vellmar beseitigt, der bereits seit Jahren leer stand und zunehmend verfallen war. Landkreissprecher Harald Kühlborn hatte die Gebäudegruppe mit dem Fachwerkhaus aus dem späten 18. Jahrhundert als „statisch bedenklich“ bezeichnet. 

Vellmars Bürgermeister Manfred Ludewig zeigte sich auf Anfrage zufrieden mit dem Abriss: „Es ist erfreulich, dass auf dem Grundstück aus verkehrssicherheitstechnischen Gründen etwas passiert. Das ist von großem Vorteil für den Bereich.“ Wie lange der Abriss dauere, könne er nicht sagen: „Das hängt natürlich von der Witterung ab. Wenn es jetzt noch einmal richtig kalt wird, verzögern sich die Arbeiten möglicherweise.“ Aber der Abbruch solle so schnell wie möglich durchgeführt werden, so der Rathauschef.

Vermummt: Mitarbeiter der Baufirma nehmen das mit Asbest belastete Dach der Garage auseinander.

Baulücke mitten in Vellmar bleibt aus

Auch Landkreissprecher Kühlborn sieht den Abbruch positiv: „Wir freuen uns, dass es eine Lösung für das lange leerstehende Haus gibt“, sagte er. Im Endeffekt werde dadurch eine Baulücke mitten in Vellmar vermieden. Wer der Besitzer des Grundstücks ist und was dort anstelle des Schandflecks entstehen soll, darüber gaben aus Datenschutzgründen weder der Landkreissprecher noch der Bürgermeister Auskunft. Nur so viel: „Die Veränderung hat für Vellmar einen standortpolitischen Wert“, erläutert Kühlborn.

Nach jahrelangem Leerstand hatte sich ein neuer Besitzer für das Grundstück mit den drei Bauten gefunden. Weil das Hauptgebäude, einst ein Einzeldenkmal, in einem katastrophalen Zustand war, hatten Bauamt und Denkmalschutzbehörde im April 2017 einen Abbruchantrag genehmigt. Dieser schloss auch die Nebengebäude mit ein. 

Weil die Landkreisbehörden Zweifel an der Verkehrssicherheit des Fachwerkhauses hatten, forderten sie den Eigner auf, ein Gutachten erstellen zu lassen. Wäre es vom Gutachter als einsturzgefährdet eingestuft worden, hätte es umgehend abgerissen werden müssen, so Kühlborn. „Bei uns ist kein Gutachten eingegangen.“ Damit habe sich der Eigner den Gutachter gespart.

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