Landung 100 Meter weiter

Ballon fuhr knapp übers Dach - Angst um Schornstein in Vellmar

Unangekündigter Besuch beim Grillen: Ein Heißluftballon ist in Vellmar so dicht über das Haus einer Familie geflogen, dass diese Angst um die Insassen hatte. Kleines Foto: Im 100 Meter entfernten Feld landete der Heißluftballon.

Vellmar. In Vellmar fuhr kürzlich ein Heißluftballon so knapp über das Dach eines Hauses hinweg, dass die Bewohner Angst hatten, er könne das Haus rammen.

„Ich hatte Angst, dass der Heißluftballon mit dem Korb am Schornstein hängen bleibt, das wäre lebensgefährlich für die Menschen darin geworden - und vielleicht auch für uns.“ Alfred Dittmar aus Vellmar saß am Samstagabend vor zwei Wochen mit seiner Frau, ihrem Sohn und dessen Familie zum Grillen im Garten, als ein Heißluftballon direkt über das Nachbarhaus angefahren kam. Mit minimalem Abstand bewegte er sich über das Haus der Dittmars hinweg, kurz danach landete er auf dem 100 Meter entfernten Feld am Rand des Wohngebiets.

„Ich habe Hallo gerufen und noch, dass sie bitte nicht den Schornstein mitnehmen möchten“, sagt Ehefrau Martina Dittmar. Sie, besonders aber ihr 75-jähriger Ehemann, haben sich sehr erschreckt, sagt die 72-Jährige. „Es war von unten schlecht abzuschätzen, ob sie den Überflug über den Giebel schaffen, mein Sohn hat nur gesagt, es wird schon klappen“, sagt Dittmar. Sohn und Mutter machten etliche Fotos, eines davon zeigt den spektakulären Überflug.

Mit einer Geschwindigkeit von etwa fünf Kilometern pro Stunde fuhr der Heißluftballon, schätzt Alfred Dittmar. „Er musste anscheinend runter, weil es windig wurde“, vermutet er.

Über Sommer im Park: "Kurz davor hat er den Gästen von Sommer im Park ein "Ahhhh" und "Ohhhh" beschert", schreibt Ulli K. bei Facebook.

Für Ute Otterbein, Sprecherin der Deutschen Flugsicherung in Langen (DFS), ist der vom Ehepaar aus Vellmar geschilderte Fall keine Ausnahme, aber mit großer Wahrscheinlichkeit war alles rechtens. „Grundsätzlich hat sich jeder so zu verhalten, dass niemand sich durch ihn belästigt fühlt“, so die Sprecherin der DFS, die für die Kontrolle des Luftverkehrs in Deutschland zuständig ist.

Grundsätzlich gibt es in der Luftverkehrsordnung (LuftVO) festgeschriebene Mindesthöhen für Heißluftballons. Sie dürfen nur ausnahmsweise unterschritten werden. Festgeschrieben sind sie im § 6 der LuftVO. Darin heißt es: Über Städten, anderen dicht besiedelten Gebieten, Industrieanlagen, Menschenansammlungen, Unglücksorten sowie Katastrophengebieten gilt die Mindesthöhe 300 Meter (1000 Fuß), in allen übrigen Fällen ist die Mindesthöhe 150 Meter (500 Fuß).

Niedriger fliegen 

Allerdings gelten diese Höhen nicht bei Starts und Landungen. Beim Landen darf man auch niedriger fliegen, so Ute Otterbein. „Da gilt, dass der Ballon auf die Erde kommen muss und deshalb immer niedriger fliegt. Wie niedrig, liegt im Ermessen des Piloten.“

Es komme immer wieder vor, dass sich erschrockene Menschen bei der DFS melden. Wichtig sei jedoch zu wissen, dass der Heißluftballon vom Wind getrieben werde. „Sie wissen vor dem Start also nicht, wo sie später wieder ankommen“, sagt Otterbein. Im geschilderten Fall sei der Pilot ja direkt am Ortsrand auf einem Feld gelandet. Sie empfehle für das nächste Mal, sich direkt bei den Piloten zu erkunden, ob alles mit rechten Dingen zuging bei der Landung.

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