Max Bahr wohl noch länger leer

Baumarkt in Vellmar seit mehr als drei Jahren geschlossen - Wiedereröffnung nicht in Sicht

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Hier war schon lange keiner mehr: Die Eigentümerin des leerstehenden Max-Bahr-Baumarktes hat immer noch keinen Nachmieter gefunden. Das 8000 Quadratmeter große Gebäude gehört inzwischen einer Immobilienfirma aus Augsburg. 

Vellmar. Seit mehr als drei Jahren steht der ehemalige Max-Bahr-Baumarkt in Vellmar leer. Und das wird wohl vorerst auch so bleiben, wie Recherchen unserer Zeitung ergeben haben.

Denn die Eigentümerin des 8000 Quadratmeter großen Gebäudes, die Patrizia Immobilien AG aus Augsburg, teilte auf Nachfrage mit, dass es noch keinen konkreten Interessenten gebe. „Der Vermietungsprozess läuft schwierig“, teilte ein Unternehmenssprecher mit. Zwar habe es in der Vergangenheit immer wieder mal Anfragen potenzieller Nachmieter gegeben. „Da die Genehmigungsfähigkeit gängiger Einzelhandelskonzepte jedoch stark eingeschränkt ist, mussten diverse Interessenten durch uns abgelehnt werden“, heißt es aus Augsburg.

Das Problem: Laut Bebauungsplan dürfen sich dort nur Unternehmen bestimmter Branchen ansiedeln. „Baumarkt oder Logistik würde gehen, viele andere Branchen nicht“, so der Sprecher.

Deshalb sehe das Unternehmen einer Neuvermietung zwar prinzipiell optimistisch entgegen, „wir gehen aber aufgrund der durch das Planungsrecht eingeschränkten Optionen nicht von einer sehr kurzfristigen Nachnutzung der Verkaufsfläche aus“. Einen Verkauf des Gebäudes schließt Patrizia aus.

Manfred Ludewig

Bürgermeister Manfred Ludewig (SPD) bestätigt, dass nur bestimmte Branchen in Frage kommen: „Wir wollen nicht, dass sich dort eine Firma ansiedelt, die unseren bestehenden Geschäften Konkurrenz macht“. Er sagt aber auch mit Blick auf den Bebauungsplan: „Bei einer entsprechenden Anfrage wären wir bereit, Änderungen anzustreben.“ Auch bestätigt er, dass sich schon verschiedene Unternehmen wegen des Max-Bahr-Marktes bei der Stadt gemeldet hätten. „Etwa Spruchreifes ist bislang aber nicht dabei“, so Ludewig.

Das Aus für die Baumarktkette, ein Tochterunternehmen des insolventen Praktiker-Konzerns, kam Ende November 2013. Dann begann auch an der Berliner Straße in Niedervellmar ein wochenlanges Hoffen auf einen neuen Investor – vergeblich. Für den ehemals zweitgrößten Max-Bahr-Markt in und um Kassel, in dem zuletzt noch 50 Mitarbeiter beschäftigt waren, war am Dienstag, 25. Februar 2014, endgültig Schluss.

Im Oktober 2015 kursierten Gerüchte, dass bis zu 600 Flüchtlinge in dem leer stehenden Gebäude untergebracht werden sollten. Tatsächlich wurde der Markt aber nicht als Flüchtlingsunterkunft genutzt.

Im Februar 2016 wurde das Gebäude schließlich von der Patrizia AG gekauft, die sich selbst als „Investment-Manager auf dem Immobilienmarkt in 15 Ländern Europas“ versteht und nach eigenen Angaben ein Immobilienvermögen in Höhe von 20 Milliarden Euro betreut.

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