Reise ins Disneyland Paris

Biker helfen schwer krankem Vierjährigen: Einmal Micky Maus die Hand schütteln

Auf ins Disneyland Paris: Im August fährt Daenjel dank der Spende des Vereins Biker und Triker helfen krebskranken Kindern zu Micky Maus und Co. Das lässt sich auch sein Bruder Ninjo nicht nehmen, der vorn am Lenker beim Vereinsvorsitzenden Karsten Schulz sitzen durfte. Nach Paris werden die Eltern, Sandra und Stephan Seidel (dahinter), allerdings mit dem Auto fahren. Fotos: Schilling

Vellmar. „Da kommt der Teddybär", ruft Daenjel. Mit blitzenden Augen beobachtet er ein Trike, das mit einem außergewöhnlichen Fahrgast an Bord über den Vellmarer Festplatz fährt.

Ein großer Teddybär steigt winkend vom Beifahrersitz und überreicht dem Vierjährigen ein ganz besonderes Geschenk des Vellmarer Vereins "Biker und Triker helfen krebskranken Kindern".

Gemeinsam mit seinem großen Bruder Ninjo und den Eltern Sandra und Stephan Seidel wird Daenjel im August für drei Tage nach Paris reisen und das dortige Disneyland besuchen.

Damit erfüllt sich für Daenjel ein Herzenswunsch: einmal Micky Maus die Hand schütteln. „Die mag ich gern. Ich hab ein Bild von der ganzen Micky Maus Familie an meinem Bett“, erzählt er und lächelt. Dass er Disneyfiguren gern mag, das hat Daenjel mit vielen anderen Kindern seines Alters gemeinsam. Doch in einem unterscheidet er sich von ihnen - Daenjel ist schwerkrank und auf den Rollstuhl angewiesen. Er leidet unter Spinaler Muskelatrophie, einer Nervenkrankheit, die sich auf die Muskulatur auswirkt und die nicht heilbar ist. „Die Muskeln bilden sich nach und nach zurück“, erklärt Sandra Seidel.

Vor dem Auftritt: Daenjel macht mit bei den Bambinis der Vellmarer Karnevalsgesellschaft Aquarianer. Hier wartet er mit Bruder Ninjo und Stella.

Es gibt verschiedene Typen dieser Krankheit. Bei Daenjel traten die ersten Symptome auf, als er etwa ein dreiviertel Jahr alt war. Ein paar Monate später bekamen seine Eltern die erschütternde Diagnose, dass ihr Sohn an einer Krankheit leidet, die seine Lebenserwartung drastisch reduziert. Kinder, die dieselbe Krankheit haben wie Daenjel, erreichen oft das zehnte Lebensjahr. Doch wie alt sie darüber hinaus werden, „das ist ungewiss“, sagt seine Mama.

Sandra und Stephan Seidel hoffen auf den Fortschritt der medizinischen Forschung. Doch wie gehen sie im Alltag mit dem Wissen um die Krankheit und ihren Verlauf um? „Man versucht, es zu verdrängen“, sagt Sandra Seidel. Und dass Daenjel so ein fröhliches Kind ist, das macht es ihr etwas leichter.

Und tatsächlich steckt der Vierjährige die Menschen um ihn herum mit seiner guten Laune schnell an. Ob er von den Erzieherinnen seines Kindergartens erzählt, von seinem Elektro-Rollstuhl schwärmt oder mit den Bambinis der Vellmarer Karnevalsgesellschaft Aquarianer auf der Bühne ist, fast immer lächelt er fröhlich.

Ein Lächeln, das für Karsten Schulz das schönste Geschenk ist. 2013 hat er den Verein "Biker und Triker helfen krebskranken Kindern" ins Leben gerufen mit dem Ziel, schwerkranken Kindern eine Freude zu bereiten. „Das ist für uns eine Herzensangelegenheit“, erklärt er. Von Daenjels Pate hatte Schulz vom Schicksal des Jungen gehört. Er handelte sofort, um ihm seinen Wunsch zu erfüllen. Innerhalb weniger Tage war die Reise samt Fahrtkosten, behindertengerechter Suite und dem Eintritt in den Vergnügungspark organisiert.

Von Meike Schilling

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