Gebäude war jahrelang wegen Schadstoffen gesperrt

Bürgermeister: Kulturhalle Niedervellmar soll spätestens zur Bundestagswahl öffnen

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Alles muss raus: Sven Beyer von der Firma Entox aus Kalbach (Fulda) kratzt die PVC-Schichten vom Boden. Die Schadstoffe sitzen vor allem im Parkettkleber darunter.

Vellmar. Jetzt geht alles ganz schnell: Die seit 2011 gesperrte Kulturhalle in Niedervellmar soll nach Angaben von Bürgermeister Manfred Ludewig „nach den Sommerferien, spätestens aber noch vor der Bundestagswahl im September öffnen“.

In dem Gebäude waren Schadstoffe gefunden worden. Nun wird es saniert. „Wir machen allerdings erstmal nur das Nötigste“, betont Ludewig. Schließlich gebe es Überlegungen, „eine große Sanierung“ erst dann anzugehen, wenn auch die angrenzende Grundschule saniert wird. Entsprechende Gespräche mit dem Landkreis Kassel gebe es bereits.

Der Fokus der seit Ende Juni laufenden Arbeiten in der Kulturhalle liege deshalb auf den mit Asbest und Formaldehyd kontaminierten Böden. Die Stadt rechnet mit Kosten in Höhe von 200 000 bis 250 000 Euro. Spätestens zur Bundestagswahl am Sonntag, 24. September, soll das „Zutritt verboten“-Schild am Eingang der Vergangenheit angehören. „Die Kulturhalle ist fest als Wahlbüro eingeplant“, sagt der Bürgermeister.

Dieser Aushang soll bald der Vergangenheit angehören.

Um die Zukunft der Kulturhalle gab es in den vergangenen Jahren immer wieder Hickhack. Erst hatte ein Fachbüro im Oktober 2011 Asbestfasern in der Raumluft der Kulturhalle nachgewiesen. Daraufhin wurde die gut 35 Meter breite und 32 Meter lange Halle abrupt geschlossen. Im Juni 2013 kam dann ein anderes Fachbüro zu einem ganz anderen Ergebnis. Inzwischen steht fest: Vor allem die Böden sind schadstoffbelastet und müssen ausgetauscht werden.

Im April 2012 wollten CDU, FDP und Grüne das Gebäude sogar schon verkaufen, scheiterten mit ihrem Antrag aber an der absoluten Mehrheit der SPD. Im Mai 2016 beschloss das Stadtparlament dann vor allem gegen die Stimmen der Grünen, mit der Sanierung der Kulturhalle „unverzüglich“ zu beginnen. Dass dennoch erst jetzt saniert wird, schiebt Ludewig auf das lange währende Verfahren: „Wir wollten ganz genau wissen, woran wir sind.“

Bevor die Kulturhalle geschlossen wurde, fanden dort regelmäßig Veranstaltungen statt, darunter die Mineralienbörse, der Leseherbst, Flohmärkte, Konzerte, Karnevalssitzungen und Stadtverordnetenversammlungen. Genutzt wurde die Halle zudem von zahlreichen Vereinen wie verschiedenen Tanzgruppen, dem Schachklub, dem Musikverein und dem Fotoclub Vellmar.

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