Staatsanwaltschaft vermutet Fluchtgefahr

Chef des Sicherheitsdienstes 24 aus Vellmar sitzt in U-Haft

+

Vellmar. Weil sich der Verdacht des Sozialversicherungsbetrugs und der Schwarzarbeit gegen den Gründer der Firma Sicherheitsdienst 24 GmbH verhärtet hat und die Staatsanwaltschaft Kassel Fluchtgefahr vermutet, befindet sich der Holding-Chef seit Dienstag in Untersuchungshaft.

„Aufgrund der derzeitigen Ermittlungen im Rahmen der Durchsuchungen hat sich der Verdacht erhärtet“, bestätigte Götz Wied, Sprecher der Staatsanwaltschaft Kassel, auf HNA-Anfrage.

Auch gegen die anderen vier Beschuldigten, die als Geschäftsführer, Gesellschafter und Arbeitnehmer mit Leitungsfunktion im bundesweit agierenden Unternehmen tätig sind oder in der Vergangenheit waren, wird laut Staatsanwaltschaft weiter ermittelt. In der Geschäftsleitung der Holding ist nach HNA-Informationen neben dem aus Bad Emstal stammenden Beschuldigten auch die Ehefrau des Verhafteten tätig.

Die Auswertung der Beweismittel, die bei der Razzia vor zwei Wochen sichergestellt worden waren, wird laut Wied noch einige Zeit dauern. „Bei Wirtschaftsstrafverfahren hängt die Dauer der Ermittlungen auch von der Kooperationsbereitschaft der Beschuldigten ab“, sagte Wied. Bei dem Verdacht des Sozialversicherungsbetrugs müssten die Sozialversicherungsbeiträge und somit unter Umständen jedes einzelne Beschäftigungsverhältnis überprüft werden: „Das kann mehrere Wochen dauern."

Der Sicherheitsdienst 24 aus Vellmar beschäftigt bundesweit rund 1200 Mitarbeiter in den Bereichen Event-Security, bei Bundesligaspielen, Konzerten, in  Diskotheken und als Sicherheitsdienst in Flüchtlingsheimen.

Die Behörden hatte mit mehr als 350 Beamten von Zoll, Polizei und Steuerfahndung Wohnungen, Geschäftsräume und Fahrzeuge in mehreren Bundesländern durchsucht. Darüber hinaus sollen die Beschuldigten in großem Umfang Firmengeld auf Privatkonten verschoben haben. Den Schaden für die Sozialversicherung schätzen die Ermittler des Zolls, nach bisherigen Ermittlungen, auf 1,5 Millionen Euro, die sich auf einen Tatzeitraum von knapp drei Jahren erstrecken.

Die Ermittlungen kamen ins Rollen, nachdem bei Schwarzarbeitskontrollen des Zolls bei mehreren Veranstaltungen im Bundesgebiet Unregelmäßigkeiten bei der Anmeldung des Sicherheitspersonals auffielen. Nach einer Prüfung der Geschäftsunterlagen durch den Kasseler Zoll war zudem der Verdacht auf Schwarzarbeit in größerem Umfang entstanden.

Während der Durchsuchungen fanden die Beamten darüber hinaus in mehreren Wohnungen verbotene Gegenstände wie Schlagstöcke, einen Schlagring und ein Faustmesser sowie Messer, Macheten, einen Elektroteaser, ein Reizstoffsprühgerät, einen Nunchako (Würgeholz), zwei Gaspistolen, eine kleine Menge Drogen sowie etliche Ampullen Anabolika.

Schlagworte zu diesem Artikel

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.