Dirk Stochla als Vellmarer Bürgermeister verabschiedet

Fragte den Papa, was er in Zukunft mache: Sohn Theo. Dirk Stochla hat darauf noch keine Antwort, lässt mit seiner Frau Heike jetzt erst einmal seine Amtsjahre Revue passieren.

Vellmar. Dirk Stochla (SPD) wurde Mittwochabend vor gut 700 Bürgern und geladenen Gästen als Bürgermeister von Vellmar in der Mehrzweckhalle Frommershausen verabschiedet.

Neues Oberhaupt der Stadt ist Manfred Ludewig (SPD), der Mittwoch vereidigt wurde.

In vielen Bereichen hat sich Dirk Stochla engagiert, nur in einem war es wohl besser, dass er sich zurückgehalten hat: wenn er sich zwischen die Kinder in einem Kindergarten in Vellmar gesetzt und beim Singen nur zugehört und nicht selbst mitgesungen hat.

Das zumindest vermutete Ordinariatsrat Peter Göb, als er persönliche Worte an den 42-Jährigen richtete: Dirk Stochla (SPD) wurde Mittwoch Abend vor gut 700 Bürgern und geladenen Gästen als Bürgermeister in der Mehrzweckhalle Frommershausen verabschiedet. Neues Oberhaupt der Stadt ist Manfred Ludewig (SPD), der Mittwoch vereidigt wurde.

Neuer Bürgermeister von Vellmar: Manfred Ludewig (SPD). Fotos: Schachtschneider

Es war ein Abend voller lobender Worte für Stochla, der zwölf Jahre lang die Geschicke der StadtVellmar geleitet hat. Die Politik bezeichnete der Erste Stadtrat Peter Abel als Stochlas Element, der mit Weitblick und Beharrlichkeit für seine Ziele gekämpft habe. Viele davon hat Abel aufgezählt: das sanierte Hallenbad, der Ausbau der Angebote für Senioren, Bolzplätze in allen Stadtteilen. „Das alles sind Investitionen in die Zukunft“, sagte Abel. Dazu gehöre auch, dass Stochla die Stadt nicht noch weiter verschuldet und den Hessentag aufgrund von einer schwierigen finanziellen Situation abgesagt habe - was von der Mehrzahl der Gäste mit Beifall quittiert wurde. Auch Stochlas offener und freundlicher Umgang wird in Erinnerung bleiben: „Man kann auch gut mit ihm lachen“, sagte Vizelandrätin Susanne Selbert.

„Ich werde dich im Präsidium vermissen.“

Ebenso wie Vertreter der Kirchen, Vereine und der Partnerstädte sowie Michael Steisel als Vorsitzender der Bürgermeister-Kreisverwaltung schätze sie zudem die verlässliche Art von Stochla.

Viel Applaus bekam auch das kurzweilige Grußwort von Karl-Christian Schelzke. „Ich werde dich im Präsidium vermissen - aber wirklich“, sagte der Geschäftsführende Direktor des Hessischen Städte- und Gemeindebundes (HSGB). Er bedauere, dass Stochla nicht weiter Bürgermeister sein wollte - und warnte den jetzt amtierenden, Manfred Ludewig, vor den zukünftigen Aufgaben: „Wissen Sie, was Sie sich antun? Offensichtlich nicht“ - dabei gebe es zwölf goldene Regeln, die beachtet werden sollten. Eine davon: Man sei rund um die Uhr im Amt, vor allem abends und am Wochenende. „Noch lachen Sie, warten Sie ab“ sagte er in Richtung Ludewig. Der war sichtlich nervös, stockte kurz beim Amtseid - versprach jedoch, seine ganze Kraft zukünftig in sein neues Amt zu stecken und auch die Bürger zu überzeugen, die im Mai bei der Bürgermeisterwahl ihr Kreuz nicht bei ihm gesetzt haben.

Der alte verabschiedete sich emotional: Er habe seine Aufgabe als Bürgermeister sehr genossen, die Authentizität und die Nähe zu den Bürgern seien ihm immer wichtig gewesen, sagte Stochla. Dennoch habe er eine andere, für ihn richtige Entscheidung getroffen: nicht wieder als Bürgermeister zu kandidieren. Denn: „Die Familie und die Gesundheit sind das Wichtigste im Leben.“

Von Constanze Wüstefeld

Fotos der Verabschiedung

Verabschiedung von Bürgermeister Dirk Stochla in Vellmar

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.