Ehemaliger Vellmarer Bürgermeister Kurt Stückrath (SPD) erinnert sich an Verleihung der Stadtrechte

Vellmar: Aus drei Dörfern wurde eine Stadt

Der offizielle Festakt: Unser Bild zeigt den hessischen Ministerpräsidenten Albert Osswald (Zweiter von links) und den damaligen Bürgermeister Helmuth Wagner (Dritter von links). Archivfotos: Breiter

Vellmar. Heute besteht Vellmar aus den vier Stadtteilen Obervellmar, Niedervellmar, Vellmar-West und Frommershausen: Noch vor einem halben Jahrhundert gab es drei unabhängige Dörfer – denn Vellmar-West entstand erst 1969.

Der Ort bestand damals aus einer einzigen Siedlung der Hessischen Heimstätte,  erinnert sich der ehemalige Vellmarer Bürgermeister Kurt Stückrath, der die  Entwicklung der Stadt Vellmar über Jahrzehnte begleitet hatte. Bereits am 1. Juli 1966 schlossen sich Niedervellmar und Frommershausen zusammen. Durch den freiwilligen Zusammenschluss ergaben sich finanzielle Vorteile aus dem Gemeindefinanzausgleich. Am 1. Januar 1970 folgte Obervellmar – es entstand die Großgemeinde Vellmar. Bürgermeister wurde Helmuth Wagner (SPD), der zuvor bereits Verwaltungschef in Niedervellmar war.

Erinnerungen: Schon damals waren Dirndl und Lederhosen sehr beliebt. Und auch in diesem Jahr geht es beim Vellmarer Wiesnfest zünftig zu.

„Damals fehlte noch der städtische Charakter“, erzählt Stückrath. Es mangelte an einer Infrastruktur. In den folgenden Jahren entwickelte sich Vellmar deutlich. Das Bürgerhaus Vellmar-West, die Kulturhalle Frommershausen, die Ahnatalschule und das Hallenbad verliehen Vellmar zunehmend einen städtischen Charakter.

In den 70er-Jahren entstanden viele soziale Einrichtungen, Kindergärten, ein zentraler Sportplatz und Festplatz und als Verbindungselement im Zentrum das Rathaus, um den Zusammenhalt der Ortstzeile zu forcieren.

Die Vellmarer Gemeindevertretung hatte schließlich in ihrer Sitzung am 23. Dezember 1974 beschlossen einen Antrag auf Verleihung der Stadtrechte zu beantragen. Anlass war das 1200-jährige Bestehen der Gemeinde. „In sechs Ordnern hatten wir damals die Infrastruktur dokumentiert, Luftbilder gemacht und Einrichtungen fotografiert und die finanzielle Situation geschildert, um den städtischen Charakter nachzuweisen“, erzählt Stückrath.

Kurt Stückrath

Nach dem offiziellen Festakt zur Stadtrechteverleihung wurde der symbolische Akt eine Woche lang gefeiert. Es wurden unter anderem Münzen geprägt, eine Chronik erstellt, das Stadtwappen kreiert, fünf Linden gepflanzt und der Grundstein für die Feuerwehr gelegt.

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