„Gewinnfahrt“ war Verkaufsevent

Dubiose Kaffeefahrt ab Vellmar: Teilnehmer erhielten angekündigte 2500 Euro nicht, aber Kekse und Spargel

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Gewinnversprechen: Familie Schneider bekam diesen Brief Ende März, indem ihr 2500 Euro versprochen wurde.

Vellmar. Ein 2500-Euro-Gewinn gab es für Familie Schneider (Name von der Redaktion geändert) bei der Busfahrt ins Ungewisse ab Vellmar zwar nicht. Dafür Kaffee, Brötchen, drei Packungen Kekse und fünf Gläser Spargel zum Mitnehmen.

„Uns ist durch die Fahrt kein Schaden entstanden. Trotzdem würden wir bei sowas nicht mehr mitmachen“, sagt Sigrid Schneider (83), die am Donnerstag um 8.55 Uhr zusammen mit ihrem Mann in einen Bus einstieg, in dem ihr ein Geldgewinn überreicht werden sollte. Das hatte ein Schreiben Ende März mit dem Titel „Schon BEZahlt.Danke.“ angekündigt. In dem Brief wurde die Familie aufgefordert, am Morgen des 5. April an der Haltestelle Niedervellmar Mitte in den Bus einzusteigen. Wo es hingehen sollte, wussten die Schneiders bis dahin nicht.

Das Ziel war dann eine Gaststätte in Bad Driburg. Dorthin kam ein Verkäufer, der Pfannen, Pflaster und andere Dinge anbot. „Die Sachen waren gar nicht schlecht“, berichtet Sigrid Schneider. Gekauft habe sie nichts, aber andere Gäste, die mit im Bus gefahren waren. Teurer wurde es bei Decken, die gegen Elektro-smog schützen sollen – 1000 Euro sollte eine kosten.

Dass die ganze Sache eine Masche ist und sie den 2500-Euro-Gewinn nie bekommen werden, ist den Schneiders jetzt klar. „Das war eine Veranstaltung, bei der die Leute nur einkaufen sollten.“ Auf die Nachfrage, wo sie denn jetzt den Gewinn einstreichen können, habe der Busfahrer nicht wirklich reagiert. „Er hat uns nur das Schreiben abgenommen und gesagt, dass das komisch sei.“ Im Laufe der Fahrt sei dann keine Rede mehr von dem Geld gewesen.

„Andere Gäste im Bus waren schon öfter bei solchen Fahrten dabei. Es kam uns so vor, als hätte das mit dem Gewinn keiner von ihnen so recht ernstgenommen“, erzählt Schneider. Warum sie dann trotzdem immer wieder mitfahren? „Weil sie ihre Zeit vertreiben wollen, haben einige gesagt.“

Für die Schneiders kommt es nicht infrage, nochmal an solch einer Fahrt teilzunehmen. „Ich kann meine Zeit anders verbringen.“ Die Familie habe zwar keinen Nachteil an der Sache gehabt, so ganz geheuer sei ihnen das Ganze aber nicht. Um den Gewinn, den es gar nicht gibt, sei es natürlich schade. „Ich hatte eigentlich schon erwartet, das Geld zu bekommen.“

Jetzt sind die Schneiders schlauer und wollen, dass die Firma hinter dem Schreiben zu Rechenschaft gezogen wird. „Da kann die Polizei doch sicher was machen, dem muss nachgegangen werden“, sagt das Ehepaar. 

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