Entscheidung fällt am Montag

Entsteht im Vellmarer Norden ein neues Baugebiet?

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Soll Bauland werden: Wo jetzt noch Felder und Bäume stehen, könnten demnächst Bagger arbeiten. Die Vellmarer Stadtverordneten beraten darüber in ihrer nächsten Sitzung. Das Bild zeigt Ackerland gegenüber der Endstation der Straßenbahn-Haltestelle Vellmar Nord, oberhalb der Frommershäuser Straße in Vellmar.

Vellmar. Im Vellmarer Norden soll aus Ackerflächen Bauland werden. Die Stadtverordneten beraten am Montagabend darüber, ob es ein neues Baugebiet geben wird.

Baugebiet ist rar, auch in Vellmar. Deshalb will die Stadt in der kommenden Stadtverordnetensitzung über den Plan für ein neues Baugebiet beraten. Der Name des möglichen Neubaugebiets: „Vellmar Nord“.

Die Fläche ist 15,6 Hektar groß und schließt im Norden an die Immenhäuser Straße und das dort vorhandene Wohngebiet an. Bisher erstrecken sich dort landwirtschaftliche Flächen, die im Regionalplan Nordhessen auch als solche ausgewiesen sind.

Deshalb ist es nötig, den rechtsgültigen Flächennutzungsplan des Zweckverbandes Raum Kassel zu ändern. Denn um Wohnflächen zu erschließen, müssen Flächen, die im Siedlungsrahmenkonzept des Zweckverbandes für die Landwirtschaft ausgewiesen sind, zuerst in Bauland umgeschrieben werden. Dafür muss die Stadt Vellmar ein Abweichungsverfahren beantragen. „Das ist ein ganz formales Verfahren“, sagt Harald Kühlborn, Pressesprecher des Landkreises Kassel. Der Regionalplan sei ein grobes Raster, weil er nur alle paar Jahre aufgestellt wird. „Wenn sich die Parameter ändern, muss es die Möglichkeit geben, zu reagieren“, so Kühlborn.

Das tut nun die Stadt Vellmar. Denn der Bedarf an Wohnraum ist sehr groß. „Wir haben eine lange Interessenliste von Menschen, die gerne ein Grundstück in Vellmar erwerben wollen“, sagt Linda Lörper, stellvertretende Bauamtsleiterin für Stadtentwicklung und Umwelt in Vellmar.

Das Siedlungsrahmenkonzept wird vom Zweckverband immer wieder aktualisiert und gibt vor, wo in der Regel noch Flächenerweiterungen in einer Kommune möglich sind. „Solche Flächenreserven hat auch die Stadt Vellmar“, sagt Lörper. Allerdings sind diese Flächen über das Stadtgebiet verteilt und nicht zusammenhängend.

In Abstimmung mit dem Zweckverband und dem Regierungspräsidium, das für die Regionalplanung zuständig ist, möchte die Stadt Vellmar nun eine mögliche Siedlungserweiterung auf das Gebiet Frommershausen und Obervellmar verlegen. Ein wichtiger Grund: Der Bereich befindet sich unweit der Straßenbahn-Endhaltestelle Vellmar Nord und ist somit schon angebunden. „Die Erschließung ist insgesamt hervorragend, weil wir dort auch direkt an die Landesstraße anbinden können“, sagt Lörper. Die Stadt könne so auch ein großes zusammenhängendes Gebiet statt vieler kleiner im Stadtgebiet erschließen, was sinnvoll wäre. Die Flächen würden dann getauscht.

Auch mit den Eigentümern der landwirtschaftlichen Flächen, auf denen das Baugebiet entstehen soll, hat es schon Gespräche gegeben. Nun müssen die Stadtverordneten über die Aufstellung des Bebauungsplans beraten. Beschließen sie den Plan, kann das Abweichungsverfahren eingeleitet werden, in dem dann die Tauschflächen ausgewiesen werden. „Welche Flächen anerkannt werden, muss der Zweckverband entscheiden“, sagt Lörper.

Die Sitzung der Stadtverordneten findet am Montag, 28. August, ab 20 Uhr im Bürgerhaus Vellmar-West im großen Sitzungssaal statt. Die Sitzung ist öffentlich.

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