Fantasie hat keine Grenzen

Geschichtskreis Vellmar: Karl-Heinz Gauler beschriftet, bemalt und dekoriert Eier

Prächtige Muster und Farben: Karl-Heinz Gauler, der Vorsitzende des Geschichtskreises Vellmar, hat zahlreiche Wachtel-, Hühner- und Gänseeier mit deckenden Acrylfarben bemalt. Fotos: Wienecke

Vellmar / Kassel. Er wurde in Kassel geboren und ist dort auch zur Schule gegangen. Inzwischen gilt Karl-Heinz Gauler jedoch als Vellmarer Urgestein und als versierter Experte für Vellmars Geschichte.

Kürzlich wurde der Erste Vorsitzende des Geschichtskreises Vellmar wieder im Amt bestätigt, das er seit 1991 innehat. Als Leiter der volkskundlichen Sammlung des Geschichtskreises im Hof Helse stellt er für das Heimatmuseum auch sämtliche Beschriftungen her und dekoriert die Ausstellungsstücke.

Er lebt unweit des Museums in dem Haus in Obervellmar, das seine Eltern zwischen 1947 und 1949 errichtet haben. Nach einer Lehre als Werbekaufmann in Kassel studierte Karl-Heinz Gauler Gebrauchsgrafik (heute Grafikdesign) in Berlin und war dann in Eschwege, Kassel und Vellmar selbstständig tätig. „Ich habe mich um alles, was mit Werbegrafik zu tun hat, vom Firmenlogo über Briefbögen bis hin zum Prospekt, gekümmert und viel für die Stadt Vellmar gearbeitet“, berichtet der 78-Jährige. „Mein Vater war Kunstschmied, daher liegt mir das Künstlerische auch“, sagt er.

Karl-Heinz Gauler bemalt Ostereier von der Wachtel bis zum Strauß

Von der Familie Reichmacher aus Obervellmar erhielt Karl-Heinz Gauler vor wenigen Tagen wieder zwei ausgeblasene Gänseeier. Er hat inzwischen zahlreiche Eier von Wachteln, Zwerghühnern, Hühnern und Gänsen durch kunstvolle Bemalung in Ostereier verwandelt und geht dabei mit Pinsel und Deckfarben oder mit Feder und Tusche vor. Auf manche Eier hat er hauchdünnes Blattgold sorgsam aufgebracht.

Glanz durch Speckschwarten

„Ein Gänseei kann gut bemalt werden. Man kann es besser fassen, da mehr Fläche da ist“, erläutert Karl-Heinz Gauler. Zwischen 30 Minuten und zwei Stunden benötigt er für das freihändige Verzieren eines Exemplars. Die Farben müssen zwischendurch immer wieder trocknen, damit das Ei angefasst werden kann, ohne dass etwas verwischt.

„Ich weiß in dem Moment, in dem ich beginne, noch nicht, wie das Ei später einmal aussehen wird. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt“, erläutert der Grafiker. Acryllack bringt die Ostereier schließlich zum Glänzen. „Früher rieb man sie einfach mit Speckschwarten ab“, erklärt er und holt noch ein ganz besonderes Werk herbei: Es ist ein bemaltes Straußenei, das so groß wie eine Hand ist.

Von Bettina Wienecke

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.