Weniger 5. Klassen vorgesehen

Eltern kritisieren Pläne zur Sechszügigkeit an Ahnatal-Schule in Vellmar

Vellmar. Die Ahnatal-Schule in Vellmar soll zum nächsten Schuljahr weniger fünfte Klassen anbieten als bisher. Das löst Empörung bei den Eltern aus.

Geht es nach dem Willen des Landkreises Kassel, soll die Ahnatal-Schule Vellmar (ASV) ab dem kommenden Sommer nur noch sechs- statt wie bisher achtzügig sein. Wie bereits berichtet, begründet der Landkreis den Vorstoß damit, dass der starke Zulauf an der ASV den Fortbestand anderer Gesamtschulen im Kreis gefährde.

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Bei vielen Eltern, die am Montagabend die Infoveranstaltung der Ahnatal-Schule für Grundschuleltern besuchten, riefen die Pläne Ärger hervor. „Ich war etwas geschockt, als ich davon gehört habe“, sagt Beate Siegmann. Sie lebt mit ihrer Familie im Kasseler Stadtteil Jungfernkopf. Die ältere Tochter ist bereits Schülerin der ASV. Ab dem kommenden Sommer möchte auch ihre jüngere Tochter die Vellmarer Gesamtschule besuchen. „Sie will unbedingt hierher. Ich weiß gar nicht, was ich ihr sagen soll, wenn das nicht klappt“, erklärt die besorgte Mutter. „Das Argument des Landkreises kann ich nicht nachvollziehen. Kinder und Eltern sollten die freie Schulwahl haben“, fordert Siegmann.

Das sieht Tobias Dilcher aus Heckershausen ebenso, auch wenn sein Sohn als Ahnataler einen Platz an der Vellmarer Gesamtschule sicher hätte. „Damit wird die freie Schulwahl eingeschränkt“, kritisiert er und fragt sich, ob das rechtlich so einfach möglich sei. „Betroffen sind gerade Familien, die an der Grenze zu Vellmar wohnen, wie am Jungfernkopf. Da sollten keine Kinderfreundschaften zerrissen werden.“

Auch Tina Mühlhause aus Simmershausen hofft darauf, dass ihr Kind ab kommenden Sommer die Ahnatal-Schule Vellmar besuchen kann. Sie informierte sich drüber, welche Kriterien neben dem Wohnort bei der Platzvergabe eine Rolle spielen. Informationen hierzu gab es zum Beispiel von Claudia Manß, die zwei Kinder an der Schule hat und dem Förderverein sowie dem Gesamtelternbeirat der ASV angehört. „In den vergangenen beiden Jahren hatten diejenigen erhöhte Chancen, die sich für die Sport- oder die Musikklasse angemeldet haben“, sagt sie. Ob das aber so bleibe, könne sie nicht sagen.

Manß lebt mit ihrer Familie ebenfalls am Jungfernkopf und schildert die Problematik. „Da gehört der eine Straßenzug zu Vellmar und der andere zu Kassel. Der Schulweg an eine vergleichbare Gesamtschule in Kassel ist aber mehr als doppelt so weit. Nach Vellmar fahren die Kinder in zehn Minuten mit dem Bus. Aber auch die jetzigen Schüler würde das treffen. Bei weniger Klassen reduziert sich ja auch die Anzahl der Lehrer.“

Das befürchtet auch Alexander Rein, dessen Sohn an der Vellmarer Gesamtschule die sechste Klasse besucht. „Wir sind hier sehr zufrieden. Die Schule ist engagiert und die Kinder werden toll motiviert. In Zukunft würde dann wohl manches Angebot wegbrechen.“ Dabei seien die über 60 AGs, die derzeit angeboten werden, auch für den sozialen Zusammenhalt sehr wichtig.

Viele Eltern kritisierten aber nicht nur die Pläne an sich. Sie zeigten sich auch darüber verärgert, dass Schule und Eltern vor vollendete Tatsachen gestellt würden. „Das Recht auf Mitbestimmung wird Eltern und Kindern genommen“, sagt Claudia Manß.

Von Meike Schilling

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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