Frisörtermin bei zwei Alpakas in Vellmar

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Ronaldo ahnt noch nichts davon, dass sich sein Aussehen in einer Stunde wesentlich verändern wird. Ariane (8) und ihr Bruder Moritz (11) verabreichen noch ein paar extra Leckerchen, bevor es losgeht.

Vellmar. Die putzigen Tiere mit den witzigen Frisuren ziehen sofort alle Blicke auf sich, wenn sie im Garten grasen und herumtollen. Neben einem Papageien, zwei Hunden und einer Katze zählen jetzt auch zwei Alpakas zur Familie Strempel in Vellmar.

Jetzt wurden die Tiere von Sandra und Andreas Strempel zum ersten Mal professionell geschoren.

Aber wie kommt man dazu, sich derartige Tiere anzuschaffen? „Das war reiner Zufall“, erzählte Sandra Strempel. „Ich leite einen Pflegedienst und habe von einer älteren Frau aus Niestetal, deren Mann verstorben ist, erfahren, dass sie sich nicht mehr um die Tiere kümmern kann.“ Nach kurzer Bedenkzeit und einigen Überredungskünsten war auch ihr Mann einverstanden, die Tiere zu adoptieren und in den heimischen Garten zu holen. „Ein paar kleine Umbauarbeiten mussten wir noch vornehmen, damit die Tiere genügend Auslauf haben“, erklärt sie. Da Alpakas Grasfresser sind, haben sich auch schon Bekannte angeboten, damit die Tiere deren Rasen kurz halten und keiner mehr mähen muss – ein praktischer Nebeneffekt.

Nach dem Frisörbesuch: Das Alpaka ist ordentlich geschoren.

Freunde und Bekannte hatten sich im großen Garten eingefunden, um behilflich zu sein, als die Tiere zum ersten Mal von ihrer Wolle befreit wurden. Einmal im Jahr erfolgt die Rasur und ein paar Kilo Wolle fallen dabei ab. Unter Anleitung des Fachmannes aus Homberg/Ohm wird zunächst „Ronaldo“ auf den Tisch gelegt, festgehalten und gestreichelt.

Dann erfolgt die Rundumrasur mit der Elektroschere. „Ronaldo“ verliert seine weiße Wolle und bleibt dabei völlig entspannt. Unter der ersten Wollschicht verbirgt sich das feine Fell, das auch zum Stricken verwendet werden kann. Letzte Feinheiten werden mit der Schere per Hand erledigt – und eine Pediküre mit der großen Nagelschere gibt es noch als Zugabe.

Als „Ronaldo“ vom Frisiertisch entlassen wird, ähnelt er einem geschorenen Königspudel: Am Kopf, Schweif und an den Pfoten ist etwas Wolle stehen geblieben – ansonsten ist er kahl geschoren. Ihm macht das nichts aus und läuft ganz ruhig durch den Garten.

Alles muss runter! Neugierige Blicke verfolgen das Geschehen, während Sandra Strempel (Bildmitte) Ronaldo mit Streicheleinheiten beruhigt.

Zur Belohnung gibt es eine extra Ration Futter für die Beiden. Sein Kumpel „Jogi“ ist sehr verwundert über das neue Aussehen seines Artgenossen und geht erst einmal auf Abstand. Eine knappe Stunde später wird er aber genauso aussehen – nur in Schwarz – jetzt ahnt er noch nichts davon.

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