Keiner kümmert sich

Gelände der ehemaligen Max-Bahr-Märkte werden als Müllplatz missbraucht

Baunatal/Vellmar/Kassel. Seit Februar 2014 sind die Max-Bahr-Märkte in Vellmar, Bettenhausen und Baunatal dicht, lediglich in Baunatal ist schon ein neuer Käufer eingezogen. Die anderen beiden Gebäude stehen leer, gekümmert wird sich nicht.

Der Parkplatz sieht aus, als ob er extra für den US-amerikanischen Film „I am Legend“ mit Will Smith hergerichtet worden wäre, in dem der Schauspieler der vermeintlich letzte lebende Mensch auf der Erde ist: Auf dem Gelände des ehemaligen Max-Bahr-Baumarktes in Bettenhausen wächst das Unkraut ziellos, Müll lagert an unterschiedlichen Stellen. Und dort, wo einmal eine gemähte Fläche Rasen war, sprießt das Grün jetzt in die Höhe.

Seit der Schließung des Baumarktes Ende Februar hat sich auf dem Gelände nicht viel getan. Die Pavillons sind abgebaut, die Einkaufswagen abgeholt worden. Der Unterstand, der zum Schutz der Wagen aufgebaut worden war, dient jetzt als Müllhalde.

Dieses Schicksal ereilt auch das Gelände des ehemaligen Baumarktes in Vellmar. Auf dem Grundstück an der Berliner Straße stehen ein kaputter Computer, durchbrochene Bretter - ein unerlaubter Sperrmüllplatz. Ansonsten hat sich die Natur noch nicht viel zurückgeholt, der Parkplatz wirkt auf den ersten Blick gepflegt - und verlassen.

„Wir wissen nicht, was damit passiert“, sagt Vellmars Bürgermeister Dirk Stochla (SPD). Das Gebäude sei im Zuge der Insolvenz verkauft worden, befinde sich also im Privat- und nicht in öffentlichem Besitz. Von dem Käufer wisse er nur, dass es sich um einen Immobilienentwickler handele.

Hagebau in Baunatal 

Das bestätigte auf Anfrage der HNA die Presseagentur Schellenberg 6 Kirchberg aus Hamburg, die die Öffentlichkeitsarbeit für den Insolvenzverwalter Berthold Brinkmann übernommen hat. Ebenfalls ein Immobilienentwickler habe den ehemaligen Max-Bahr-Markt in Baunatal gekauft - der das Gebäude an die Handelsgesellschaft Hagebau verkauft hat, die wie zuvor Max Bahr Baustoffe verkauft.

Sollte in Vellmar ebenfalls ein Baumarkt in die leeren Hallen einziehen, muss bei der Gemeinde vorher nicht mehr nachgefragt werden. „Dann wird das Gebäude ja so genutzt, für was es damals auch genehmigt worden ist“, erklärt Bürgermeister Stochla. Sollte sich aber eine andere Branche ansiedeln, müsste dafür vorher eine Genehmigung im Rathaus eingeholt werden. „Ich bin überzeugt, dass sich da jemand finden wird, die Bausubstanz ist noch relativ neu.“ Eingeweiht worden sei der Markt erst 2006, „da lässt sich bestimmt was draus machen“. Die Gemeinde selbst zeigt kein Interesse an der Fläche: „Das können wir nicht bezahlen“, begründet Stochla.

Was in den ehemaligen Max-Bahr-Markt in Bettenhausen an der Heiligenröder Straße einzieht, scheint hingegen klar. „Gekauft hat das jemand aus der Möbelbranche,“ heißt es von Seiten der Presseagentur Schellenberg & Kirchberg. Ob es dort demnächst also Betten und Sofas zu kaufen gibt, bleibt abzuwarten. Noch wirkt das Gelände verlassen - oder wie ein Drehort des Science-Fiction-Films „I am Legend“.

Von Constanze Wüstefeld

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