Einsatz des Geschichtskreises

4000 Vellmar-Fotos des Journalisten Helmuth Breiter katalogisiert

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Schleichwege: Ein Foto mit Seltenheitswert schoss Breiter im Mai 1985 während des Baus des Ahneparks. Autofahrer nutzten die ersten Fußwege kurzerhand als Abkürzung in die Innenstadt. Wie mit diesem Renault hier am Parkeingang aus Richtung Holländische Straße und der heutigen Seniorenwohnanlage. Danach ging es über die ebenfalls schon fertige Brücke Parkstraße in die City.

Vellmar. Er fotografierte so gut wie alles, was ihm in Vellmar vor die Linse kam. Und dabei gelangen dem Journalisten Helmuth Breiter auch seltene Schnappschüsse.

Breiter war auch viele Jahre lang für die HNA als freier Mitarbeiter im Einsatz war. Dabei gelangen Schnappschüsse wie der, als der Fahrer eines Renault 4 während des Baus des Ahneparks einen gerade fertig gestellten Fußweg als Abkürzung zur Innenstadt nutzte und das Auto mit Schmackes in die Kurve legte.

Dieses und rund 4000 weitere Fotos aus der Zeit des jungen Vellmar, das erst 1975 seine Stadtrechte erhielt, hat Breiter vor gut zwei Jahren dem Geschichtskreis Vellmar überlassen. Das Problem: Der Großteil der Bilder war nicht datiert und nicht beschriftet.

Das sieht heute dank des ehrenamtlichen Einsatzes von Jutta Menninger vom Geschichtskreis und ihrer Mitarbeiterin Heide Crocoll schon ganz anders aus. Einmal die Woche treffen sie sich im Winter im Haus des Geschichtskreises und sichten, sortieren und datieren in mühevoller Kleinarbeit die Fotos nach Themenschwerpunkten wie zum Beispiel Hallenbad, Heimatfest oder Rathausbau.

Rund 100 Ordner liegen auf den Tischen. „Das ist wie das Zusammensetzen eines Puzzles“, sagt Jutta Menninger, die sich oft auch stapelweise Fotos mit nach Hause nimmt. „Dann ist das ganze Wohnzimmer voll“, sagt die 66-Jährige, die mit viel Elan bei der Sache ist.

„Das ist wie das Zusammensetzen eines Puzzles.“ 

Und der zahlt sich aus. Zwei Ordner Frommershausen sind schon fertig, die Jahrgänge 1996 / ’97 / ’98 für Vellmar komplett aufgearbeitet. Inzwischen gibt es bezüglich des Fotoarchivs auch schon vereinzelt Anfragen, erzählt Menninger.

Aus dem Archiv des Journalisten Helmuth Breiter zur Geschichte Vellmars

So von Vellmar-West, das im kommenden Jahr das 40-jährige Bestehen seines Stadtteils feiert. Und auch der 40. Jahrestag zur Verleihung der Stadtrechte an Vellmar steht 2015 an. Aber, warnt Jutta Menninger: Gerade die Katalogisierung der frühen Fotos gestalte sich schwierig. In solchen Augenblicken „hängen einem die Fotos schon mal zum Halse raus“, sagt sie mit einem Augenzwinkern - bevor sie sich wieder an die Arbeit macht und die nächsten Puzzle-Teilchen des Vellmarer Bilder-Rätsels zusammensetzt.

Chronist des jungen Vellmar

Helmuth Breiter (78) wurde in Kassel geboren. 1943, nach der Bombardierung Kassels, zog er nach Heckershausen, wo er bis 2011 wohnte. Nach der Grundschule in Ahnatal besuchte er die Mittelschule in Kassel und absolvierte ab 1953 eine Ausbildung als Notargehilfe. Bis 1993 arbeitete er als Bürovorsteher bei einem Kasseler Anwalt.

1953 begann er seine journalistische Tätigkeit, arbeitete Jahrzehnte für die HNA. Breiter lebt heute im Awo-Altenzentrum in Altenbauna. In Tausenden von Fotos dokumentierte er die Geschichte Vellmars.

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