Landgericht hatte neutralen Experten bestellt

Bürgerhaus und Kulturhalle geschlossen: Gutachter bestätigt Asbestwerte

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Bleibt vorerst geschlossen: Die Kulturhalle Niedervellmar kann weiterhin nicht für Veranstaltungen genutzt werden.

Vellmar. Das Bürgerhaus Obervellmar und die Kulturhalle Niedervellmar müssen voraussichtlich weiter geschlossen bleiben. Denn, wie die HNA aus zuverlässiger Quelle erfuhr, bestätigte der vom Landgericht Kassel bestellte neutrale Gutachter die Asbestbelastung, die ein erster Experte 2011 gemessen hatte.

Bürgermeister Dirk Stochla räumte ein, dass das Gutachten der Stadt vorliegt, wollte sich aber nicht zum Inhalt äußern, da das Beweisverfahren noch nicht endgültig abgeschlossen sei. Dies werde Ende April der Fall sein. Im Vellmarer Magistrat war das Gutachten aber schon auf der Tagesordnung.

Schließung 2011

Die Einschaltung des neutralen Gutachters war notwendig geworden, weil sich am Ende zwei Gutachten mit verschiedenen Ergebnissen gegenüberstanden. Das erste war zu dem Ergebnis gekommen, dass Bürgerhaus und Kulturhalle asbestbelastet seien. Das Bürgerhaus wurde daraufhin im August 2011, die Kulturhalle kurz darauf geschlossen. Im Zuge der Neubauplanungen für die Obervellmarer Einrichtung kam jedoch ein zweiter Gutachter im Mai 2013 zu dem Resultat, dass keine Asbestbelastung vorliege.

Asbest: Das Bürgerhaus Obervellmar wird wahrscheinlich abgerissen.

Die Stadt Vellmar beantragte daraufhin beim Landgericht Kassel - auch vor dem Hintergrund möglicher Schadensersatzansprüche - die Einschaltung eines neutralen Experten, um die strittige Frage endgültig zu klären. Die Ergebnisse liegen nach einem Ortstermin jetzt vor. Auf dieser Basis sollen alle Beteiligten noch einmal gehört werden, bevor das Beweisverfahren endgültig abgeschlossen wird, hieß es beim Landgericht.

Die weiterhin vorhandene Asbestbelastung rückt Abriss und Neubau des Bürgerhauses Obervellmar wieder in den Vordergrund, für den die Stadtverordneten im Juni 2012 mehrheitlich votiert hatten. Sie sind mit 4,35 Millionen Euro veranschlagt; die fertigen Pläne waren schon der Öffentlichkeit vorgestellt worden.

Das Zentrum des neuen Bürgerhauses ist der, mit rund sieben Metern Höhe, mittlere der drei Komplexe. Dort befinden sich die zwei Bürgersäle mit Bühne, die bestuhlt 500 Besuchern Platz bieten. Ein schalldichter Raumteiler erlaubt es, im großen (350 Gäste) und kleinen (150 Besucher) Saal zwei Veranstaltungen gleichzeitig auszurichten.

Der Termin für die Fertigstellung - angepeilt war Ende dieses Jahres - wird wegen der Diskussion um die Schadstoffbelastung auf keinen Fall mehr zu halten sein.

Von Stefan Wewetzer

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