1940 mit ihrem Mann in die Region gekommen

Hedwig Schröder ist mit 102 Jahren die älteste Frau in Vellmar

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Mit ihren 102 Jahren ist sie die älteste Bürgerin Vellmars: Hedwig Schröder feierte am 24. Oktober Geburtstag. Ein Geheimnis für das hohe Alter hat sie nicht. 

Vellmar. Ein Geheimrezept für ihr hohes Alter hat Hedwig Schröder nicht parat, doch die Dame beginnt mit Freude ihren Tag - jeden Tag. Hedwig Schröder feierte am 24. Oktober ihren 102. Geburtstag. Damit ist sie die älteste Bewohnerin Vellmars.

Immer wenn die Sonne scheint, erzählt sie ein Gedicht, den Text kann sie nach wie vor auswendig: „Guten Morgen lieber Sonnenschein“ sind die ersten Zeilen. Danach startet sie in den Tag mit einem Frühstück. Rituale, die sich bis ins hohe Alter gefestigt haben.

Am 24. Oktober 1913 ist sie in Wahmbeck (Niedersachsen) geboren. Ein kleines Dorf an der Weser. Damals regierte in Deutschland Kaiser Wilhelm II. Es war das letzte friedliche Jahr vor dem Ersten Weltkrieg, das letzte Jahr einer vermeintlich unbeschwerten Zeit, die anschließend unwiderruflich verloren ging. Hedwig Schröder hat in ihrem Leben viel erlebt - auch deutsche Zeitgeschichte. Es war keine einfache Zeit zwischen Krieg und Frieden, zwischen Zerstörung und Wiederaufbau.

Musik war stets Begleiter

Ein ständiger Wegbegleiter war dabei die Musik. „Die Musik hat sie hochgehalten“, sagt die Tochter heute im Rückblick. Hedwig Schröder kam mit ihrem Mann im Jahr 1940 nach Vellmar. Der Ehemann bekam eine Anstellung bei Henschel in Kassel. Sie selbst kümmerte sich als Hausfrau um die Familie. Etwa zur gleichen Zeit wurde sie Mitglied im Gesangschor Obervellmar - und blieb dabei. Auch heute noch. Dort ist sie mittlerweile Ehrenmitglied.

Ein weiterer Rückzugsort war ihr Garten. Noch bis ins hohe Alter genoss die Rentnerin die frische Luft und die Stille, vor allem in den Abendstunden. Noch vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges heiratete sie ihren Lebensgefährten, das war im Jahr 1938. Anfang der 1990er-Jahre starb der Ehegatte.

Eine weitere Leidenschaft für die 102-Jährige ist das Tanzen. Zum 90. Geburtstag schwang der Enkel mit ihr das Tanzbein, doch der langsame Walzer war ihr zu langsam, so wurde die Musik gewechselt und schwungvoll Wiener Walzer getanzt. Da auch die Schuhe für den Tanz nicht passten, machte sie einfach ohne weiter. Diese Erinnerung zaubert ihr ein Lächeln auf das Gesicht: „Daran kann ich mich noch erinnern“, sagt sie strahlend. Heute lebt sie noch immer in ihrem Haus. Die Angehörigen kümmern sich rührend um die 102-Jährige.

Wenige Tage nach dem Ehrentag besuchte Vellmars Bürgermeister Manfred Ludewig die Jubilarin. Nicht nur von der Stadt übermittelte er Geburtstagsgrüße, auch vom Landrat Uwe Schmidt und vom Ministerpräsidenten Volker Bouffier kamen Grußworte. Darüber war die 102-Jährige sichtlich stolz.

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