Heinz Schenk moderierte

HR-Sendung „Frankfurter Wecker“: Letzte Folge kam vor 50 Jahren aus Vellmar

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Blick in die Geschichte: Der „Frankfurter Wecker“ war auch wegen seiner schlagfertigen Moderatoren so beliebt. Unser Foto zeigt Hans-Joachim Kulenkampff bei der Sendung in der Kasseler Stadthalle. 

Vellmar. Er gehörte einst zu den beliebtesten Rundfunksendungen Hessens: der „Frankfurter Wecker“. Heute vor genau 50 Jahren, am 8. Juli 1967, wurde im Bürgerhaus Obervellmar die letzte Sendung produziert.

Von 1952 bis 1967 strahlte der HR die Live-Sendung aus, die auf Initiative des damaligen Intendanten Eberhard Beckmann ins Leben gerufen worden war und während der Sommermonate montags bis samstags von 6 bis 8 Uhr ausgestrahlt wurde. Die Sendung wurde stets in Anwesenheit von Zuschauern produziert. So konnten Frühaufsteher bei freiem Eintritt die großen Stars der Zeit erleben.

1952 auch in Kassel

Der erste „Frankfurter Wecker“ startete am 4. Mai 1952 unter der Leitung von Programmdirektor Hans-Otto Grünefeldt. Während der Sommermonate tourte das Team durch ganz Hessen und sendete aus Stadthallen und von Marktplätzen hessischer Städte. So auch am 25. September 1952 in der Kasseler Stadthalle, wo Hans-Joachim Kulenkampff die Sendung moderierte.

Aber auch Berühmtheiten wie Peter Frankenfeld führten im Laufe der Zeit durch die Sendung.

Ihr besonderes Flair erhielt die Sendung durch berühmte Sänger, das mitreisende HR-Tanzorchester und durch die Conference bekannter Moderatoren. Im ersten Jahr wechselten sich nur Peter Frankenfeld und Hans-Joachim Kulenkampff ab. Dann kamen weitere Moderatoren wie Otto Höpfner, Heinz Erhardt, Wolf Schmidt, Fred Metzler, Maxi Böhm und Heinz Schenk hinzu.

Die Sendung begann traditionsgemäß mit dem Frankfurter-Wecker-Marsch: „Guten Morgen, Guten Morgen, singe ich nur für Dich leise in Dein Ohr...“. Anfang der 1950er-Jahre fand auch in Obervellmar der erste Frankfurter Wecker statt. „Auf der Kälberwiese eines Obervellmarer Landwirtes, auf der heute das Bürgerhaus steht, wurde ein großes Zelt aufgebaut“, erinnert sich Karl-Heinz Gauler. Damals war der heute 79-Jährige noch in der Ausbildung und hatte keine Gelegenheit, die Sendung im Radio zu verfolgen.

Aber auch Berühmtheiten wie Heinz Erhardt führten im Laufe der Zeit durch die Sendung.

Viel Beifall

„Mit einem Feuerwerk der guten Laune“, so berichtete damals die HNA, begann am 8. Juli 1967 die letzte Sendung des Frankfurter Weckers im Bürgerhaus Obervellmar. Wenige Tage zuvor hatten sich die Gemeinden Frommershausen und Niedervellmar zur Gemeinde Vellmar zusammengeschlossen. Mit viel Beifall honorierten die Zuschauer die Darbietungen der Gesangssolisten Imca Marina, Carl Bay und des Günter-Kallmann-Chors. Das Tanzorchester unter Leitung von Willy Berking sorgte für die musikalische Unterhaltung und Moderator Heinz Schenk parodierte die damals sehr populären Schauspieler und Komödianten Theo Lingen, Heinz Rühmann sowie Hans Moser.

Die Sendung wurde trotz Protesten eingestellt. Nur die Erinnerungen an Frankenfeld, Kulenkampff und den genialen Kabarettisten Ludwig Manfred Lommel, der mit seinen schlesischen Mundart-Sketchen von Paul und Pauline be-geisterte, sind geblieben.

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