Attraktion im Ahnepark

Seit 25 Jahren: Es zischt und qualmt beim Dampfbahnclub Vellmar

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Das erste Werbeplakat: Vor genau 25 Jahren fuhr die Ahnepark-Bahn das erste Mal.

Vellmar. Kritisch beäugen Klaus Berger und Manfred Köhler die rechteckige Ölpumpe. „Der Antrieb ist defekt“, stellt Köhler fest und tippt auf einen der Zylinder. Sie würden ohne das Schmieröl, das die Pumpe in die Dampfleitung befördert, nicht funktionieren.

Wenn sich die Mitglieder des Dampfbahnclubs Vellmar treffen, zischt und raucht es kräftig. Seit 25 Jahren rollen die Dampflokomotiven des Vereins durch den Ahnepark und sorgen immer wieder für glänzende Augen bei den Mitfahrern.

Dass hinter dem Spaß auf den Loks auch eine Menge Arbeit steckt, wird einem bewusst, wenn man in den Lokschuppen schaut: Jede Menge Werkzeuge, Ersatzteile und Anleitungen stapeln sich hier. Zwölf aktive Mitglieder kümmern sich regelmäßig um die Wartung und die Reparatur der Anlage und der Dampfloks. „Es sind meist nur Kleinigkeiten, wie undichte Leitungen oder ein defekter Hebel“, weiß der Vorsitzende Heinz Wegner. Aber würden diese kleinen Defekte nicht behoben, könnten die Loks nicht fahren.

Die Idee für die Eisenbahnanlage ist genau so alt wie der Ahnepark selbst. „1977 entstand unter dem damaligen Bürgermeister Helmut Wagner die Idee für eine Parkanlage an der Ahne“, erinnert sich Kurt Müller, der Initiator des Dampfbahnclubs und heutiger Ehrenvorsitzender des Vereins. „Als die Pläne bekannt wurden, kam auch direkt bei einigen Leuten der Gedanke auf, dass dort ja eine Eisenbahn fahren könnte“, erläutert Müller.

Zuerst nur 100 Meter lang

Elf Jahre später begannen die Bauarbeiten, nachdem die vorgelegten Baupläne mehrmals von der Stadt abgelehnt worden waren. Die damalige Anlage unterschied sich jedoch deutlich von der heutigen: Die Strecke war nämlich nur gute 100 Meter lang.

Erst seit dem Jahr 2000 rollen die Lokomotiven auf einer fast zehn Mal so langen Strecke durch den Park. Beim Gedanken an die Zukunft, treibt es Heinz Wegner Sorgenfalten ins Gesicht.

„Uns fehlt der Nachwuchs“, erklärt er. An den Fahrtagen brauche man mindestens vier Leute, die sich um den Ticketverkauf, das Abknipsen der Fahrkarten und um die Lokomotiven kümmern. Auch Steine und Äste müssen von den Gleisen entfernt und die Weichen regelmäßig überprüft werden.

„Wie man eine Dampflok fährt und wie sie funktioniert kann man bei uns lernen, lediglich das Interesse an den Eisenbahnen muss man mitbringen“, wirbt Wegner für den Verein.

Mehr Informationen zum Verein gibt es unter www.dbcvellmar.de

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