Polizei: Treffen seien ausgelegt, außer Kontrolle zu geraten

Abriss-Partys als Trend: Jugendliche lassen es nicht nur in Vellmar eskalieren

Vellmar. Immer häufiger wird im Landkreis Kassel über Instagram und Co. zu Partys auf öffentlichen Plätzen eingeladen. Mit teils verheerenden Folgen, wie sich nun in Vellmar zeigte.

Mit Wörtern wie „Eskalation“ oder „Abriss“ im Titel seien diese Partys von vorneherein darauf ausgelegt, völlig außer Kontrolle zu geraten. Das teilt Polizeisprecher Matthias Mänz auf HNA-Anfrage mit. Dass diese Feste tatsächlich eskalieren können, zeigt das jüngste Beispiel aus dem Vellmarer Ahnepark. Dort feierten am Samstagabend in der Spitze rund 150 Menschen. 

Bis kurz vor Mitternacht blieb es ruhig, dann wurde die Polizei in die Nähe der Sportfelder gerufen. Der Grund: eine brutale Schlägerei. Zwei 16 und 17 Jahre alte Jugendliche gaben an, von zwei Unbekannten angegriffen worden zu sein. Die beiden Täter sollen den 16-Jährigen ohne Grund bewusstlos geschlagen haben. Als der 17-Jährige seinem Freund zu Hilfe kam, sollen die Zwei auch ihn niedergeschlagen und ihn getreten haben, als er am Boden lag. Der 16-Jährige wurde am Kopf verletzt und musste behandelt werden. Später wurde auch der Streifenwagen der Polizisten beschädigt.

Dass es eine solche „Abriss-Party“ in Vellmar geben sollte, wusste das Ordnungsamt der Stadt Vellmar. „Wir sind von der Polizei im Vorfeld darüber informiert worden“, sagt Wolfhard Eidenmüller. Wo die Abriss-Party stattfinden sollte, sei indes nicht bekannt gewesen. „Wir haben geguckt, wo so ein Flashmob möglicherweise stattfinden könnte“, sagt Eidenmüller. Denkbar wäre auch das entkernte Rathaus gewesen. Am frühen Samstagabend sei dann klar gewesen, dass der Ahnepark das Ziel der Feier ist. 

Die Vellmarer Stadtstreife sei informiert worden und habe deeskalierend gehandelt, indem sie die Partygäste aus der Ferne beobachtet habe. Auch die Polizei sei mit mehreren Streifenwagen vor Ort gewesen. Bis zu dem Vorfall in der späten Nacht sei die Party auf den Sportfeldern ruhig verlaufen. Die Auseinandersetzung habe sich erst nach Dienstschluss der Stadtstreife ereignet. Laut Eidenmüller hätten die Partygäste jede Menge Müll und Unrat zurückgelassen. Die Spuren der Partywütigen seien von Bürgern und Mitarbeitern des Bauhofs am nächsten Morgen beseitigt worden.

Die Polizei versuche, diesen Massen-Partys mit dem Hang zur Eskalation indes entgegenzuwirken: „Werden uns solche Aufrufe bekannt, verfolgen wir diese als Polizei aufmerksam und leiten, in enger Abstimmung mit der jeweiligen zuständigen Kommune, erforderliche Maßnahmen der Gefahrenabwehr ein“, sagt Polizeisprecher Matthias Mänz. Dazu gehöre Aufklärungsarbeit und Polizeipräsenz.

Rubriklistenbild: © Stadt Vellmar/nh

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