Von der Bar in Kassel ins Gasthaus

Gastronom Jasaroski wechselt aus Kö-Galerie in Kassel nach Vellmar

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Neuer Wirt im Gasthaus Henze: Gastronom Suleiman Jasaroski (rechts) hat die Traditionswirtschaft in Obervellmar übernommen. Links Eigentümer Uwe Loth, der gemeinsam mit seinem neuen Pächter das Gasthaus umgebaut und runderneuert hat. 

Kassel/Vellmar. Gastronom Suleiman Jasaroski hat das Gasthaus Henze in Obervellmar übernommen. Ab Oktober ist die Traditionswirtschaft täglich geöffnet. 

„Jeder möchte mittags um 12 was Warmes essen“, sagt Suleiman Jasaroski. Dafür sorgt der Gastronom jetzt im traditionsreichen Gasthaus Henze in Obervellmar. Er hat die edle Kö-Bar in Kassels guter Stube gegen das Ausflugslokal im Norden der Stadt getauscht.

Das mit dem Kochen war in der Kö immer schwieriger geworden, erzählt der 35-Jährige, den alle Sule nennen. An der Bar soll es eigentlich nur kleine Häppchen geben. Wenn Sule Mittagsgerichte brutzelte, gab es Beschwerden wegen der Geruchsbelästigung.

Deshalb hatte er sich nach einer neuen Wirkungsstätte umgesehen, wo er auch mal Schnitzel braten und „Omas Küche“ zelebrieren darf. Der Wirt, dessen Familie aus Mazedonien stammt und inzwischen in vierter Generation in Deutschland lebt, schätzt die deutsche, gutbürgerliche Küche, liebt Fleischgerichte und Eintöpfe und bietet dazu auch die Klassiker der Balkanküche.

An der Holländischen Straße 149 in Obervellmar wurde er fündig. Dort hatten sich die langjährigen Wirtsleute im seit 1871 bestehenden Gasthaus Henze – Günter und Barbara Jürgen – in den Ruhestand verabschiedet. Und Eigentümer Uwe Loth, der gleich nebenan seinen Handwerksbetrieb für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik betreibt, war auf der Suche nach einem neuen Pächter.

„Wir sind froh, dass wir ihn gefunden haben“, sagt Loth über den Neuen im Gasthaus, das Loths Großmutter Emmi Henze begründet hatte. „Wir wollten hier aber nicht die zehnte Pizzeria in Vellmar aufmachen“, sagt der Handwerksmeister, „das hätte keinen Sinn.“ Da kam ihm die Idee mit der deutsch-jugoslawischen Küche gerade recht.

Großer Biergarten

Gemeinsam wurde viel Geld in den Umbau des Gasthauses mit 80 Plätzen investiert. Es gibt jetzt neue Toiletten, eine modern ausgestattete Küche und einen aufgefrischten großen Biergarten mit 130 Plätzen. „Da war im Sommer die Hölle los“, freut sich Sule Jasaroski, der das runderneuerte Gasthaus Mitte Mai zusammen mit seiner Ehefrau Diyana nach monatelangem Umbau wieder eröffnet hatte.

Viele seiner Gäste aus der Kö-Bar kämen jetzt ins Dorfgasthaus, freut sich der Wirt, der seit 20 Jahren in der Gastronomie arbeitet. Er war in Stuttgart tätig, hat in der Schweiz die Wirtefachschule absolviert. In Kassel hat er viele Jahre im Restaurant „La Galleria“ im Atrium an der Wilhelmshöher Allee für die Familie Carciola gekellnert, war im „Essgenuss“ in Fuldabrück-Bergshausen tätig und hatte an der Dörnbergstraße mit der Tapas-Bar „Chiringuito“ die erste eigene Gastronomie zusammen mit Anke Müller. Jetzt hat sich Sule Jasaroski mit einem kleinen Team auf viel Arbeit eingelassen. Der bisherige Ruhetag am Montag soll ab Oktober entfallen, damit die Gäste täglich was Warmes essen können.

Gasthaus Henze, ab Oktober täglich von 11 bis 22 Uhr geöffnet, sonntags Brunch von 9-14 Uhr, Telefon 05 61/82 27 02.

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