Nager fressen Blumen und Baumrinde

Kaninchenplage im Ahnepark - Stadt Vellmar bejagt Gebiet

Gefräßige Nager: In den frühen Morgenstunden kommen gleich mehrere Dutzend Wildkaninchen im Vellmarer Ahnepark aus ihren Erdlöchern um auf Futtersuche zu gehen. Dabei zerstören sie Rasenflächen, Blumen und Bäume. Foto: Brandau

Vellmar. Seit mehr als 30 Jahren ist der Vellmarer Ahnepark attraktiver Anziehungspunkt für Erholungssuchende und naturverbundene Mitmenschen, die das Flair der reizvollen Parkanlage erleben.

Doch nicht nur Menschen schätzen den Park, der zugleich Heimat zahlreicher Sing- und Wasservögel ist, auch Schmetterlinge, Insekten und Amphibien sind hier ebenso heimisch, wie wilde Kaninchen, die sich vor allem abends und in den frühen Morgenstunden auf den Grünflächen tummeln und nach Fressbarem suchen.

„Das macht uns schon seit Jahren Probleme“, erklärt Vellmars Bauhofleiter Michael Eichel.

Schutz vor Wildtieren. Um die durch Wildkaninchen gefährdeten Rosen zu schützen, bringen Bauhofleiter Michael Eichel (links) und Gärtnermeister Hartmut Sieg Drahtkörbe an.

Die unerwünschten Gäste graben Löcher in die Rasenflächen, was für die Parkbesucher letztlich zu einer Unfallgefahr werden kann. Aber auch Pflanzen werden von den niedlichen Nagern nicht verschont. „Die Rosenknospen werden von den Kaninchen total abgefressen“ beschreibt Gärtnermeister Hartmut Sieg das Problem mit den Wildtieren. So mussten Drahtkörbe die Rosenstöcke vor den gefräßigen Tieren schützen. Auch wurden Maßnahmen ergriffen, um einem Kahlfraß vorzubeugen. „Hätten wir das Terrain auf dem Spiraea-Pflanzen wachsen nicht eingezäunt, gäbe es diese jetzt nicht mehr“, sagt der Gartenfachmann.

Besucher nicht gefährdet

Rund 150 bis 200 Kaninchen tummeln sich derzeit im Park und fressen bei den Obstbäumen die Rinde im Bodenbereich ab. Alle bisher unternommenen Versuche die Kaninchen zu vertreiben, schlugen mehr oder weniger fehl, sodass die Kaninchen jetzt in Absprache mit der unteren Jagdbehörde dezimiert werden dürfen. Dafür zuständig ist der Vellmarer Jagdpächter Niels Klahold, der dafür sorgt, dass sich die Kaninchen-Population nicht weiter ausweitet. Gejagt werde einmal im Jahr und auch nur dann, wenn niemand im Park ist, beispielsweise im Morgengrauen. Parkbesucher seien nicht in Gefahr. „Wir hoffen das Problem so in den Griff zu bekommen“, gibt sich Bauhofleiter Michael Eichel zuversichtlich. Allerdings appelliert er auch an die vielen Ahnepark-Besucher, keine Wildtiere zu füttern. Dazu zählen auch die Enten, die sich ihre Nahrung gut selbst suchen können.

Wenn im Park Enten gefüttert werden, nimmt die Wasserqualität ab. Das unverbrauchte Futter lockt Ratten an oder sinkt auf den Boden der Teiche und beginnt dort an zu gären. Es kommt zu Faulgasbildungen, die insbesondere im Bereich der Kinderspielstätten gefährlich werden können. Um auf dieses Problem aufmerksam zu machen, wurden von Bauhofmitarbeitern Hinweisschilder aufgestellt, die ausdrücklich auf ein Fütterungsverbot von Wildtieren hinweisen. Leider werden diese Warntafeln immer wieder ignoriert.

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