Knisternde Anspannung bei den Schachtagen in Vellmar

Vellmar. Bei den Vellmarer Schachtagen in der Frommershäuser Mehrzweckhalle lag Anspannung in der Luft. Hochkonzentriert waren auch die Teilnehmer aus China, die eigens zu dem Turnier angereist waren.

Die Anspannung lässt die Luft in der Frommershäuser Mehrzweckhalle am Samstagnachmittag knistern. Gerade hat Turnierleiter und Hauptschiedsrichter Jürgen Kehr die fünfte von sieben Runden der seit Donnerstag laufenden Vellmarer Schachtage eröffnet. Mucksmäuschenstill ist es da, Konzentration ist beim königlichen Spiel die halbe Miete.

Nichts Neues für Antonia Ziegenfuß. Die Zehnjährige aus Heiligenstadt spielt seit ihrem fünften Lebensjahr Schach und weiß genau, worauf es ankommt. Minutenlang fixiert sie das Schachbrett durch ihre niedliche Nickelbrille und setzt Sekunden später zum wohlüberlegten Zug an. „Manchmal spiele ich zwei bis drei Stunde am Tag“, sagt sie. Zeit, die sich für sie bezahlt gemacht hat, ist sie doch nicht umsonst amtierende Deutsche Jugendmeisterin im Spiel um Bauer, Dame und König.

Fleiß und Ausdauer 

Wie wichtig Fleiß und Ausdauer auf dem Weg zum Erfolg sind, weiß auch Yu Ting. Die 33-jährige Chinesin ist Profispielerin und hat ihre Leidenschaft längst zum Beruf gemacht. Gemeinsam mit fünf Jugendlichen ihres Vereins ist sie extra wegen der siebten Vellmarer Schachtage aus der führenden chinesischen Schachregion Hangzhou nach Nordhessen gereist.

Einige ihrer Schützlinge seien auf einem guten Weg, ebenfalls Profispieler zu werden. „Internationale Erfahrungen sind da sehr wichtig“, sagt sie und freut sich, über das Internet von dem Open erfahren zu haben. „Die Spiele sind hier auf einem hohen Niveau, es gibt viel zu lernen und noch dazu ist die Atmosphäre einfach wunderbar.“

Sich modernster Kommunikationsmittel zu bedienen, scheint sich für die Veranstalter des Schachklubs Vellmar 1950 also auszuzahlen, die deshalb auch auf den Spieltischen auf neueste Technik setzen. Hölzerne Spielbretter waren gestern, hier sind Hightech-Boards gefragt, die - ausgestattet mit feinen Sensoren - eine Übertragung der einzelnen Partien nicht nur auf die Leinwand ermöglichen, sondern auch ins Internet. Weltweit haben Schachfreunde so die Gelegenheit, die Vellmarer Schachtage am Bildschirm zu verfolgen.

Übertragung im Internet 

„Das hat es so noch nicht gegeben, das ist eigentlich internationalen Topturnieren vorbehalten und nur unseren guten Kontakten innerhalb der Schachszene zu verdanken“, sagt der Kasseler Oliver Oeller, der am Rechner hoch oben auf der Empore der Mehrzweckhalle dafür sorgt, dass die Übermittlung der Daten an die Schachplattform www.chess24.com“ reibungslos funktioniert. „Wir wollen so unser Turnier in der Außendarstellung besser aufstellen und vielleicht fürs kommende Jahre noch mehr und bessere Spieler für eine Teilnahme begeistern.“

Bei den Schachtagen in Vellmar herrschte höchste Konzentration

Auch Jugendmeisterin Antonia Ziegenfuß will dabei sein, wenn Konzentration und Anspannung wohl auch 2016 wieder die Luft in der Frommershäuser Mehrzweckhalle knistern lassen. www.vellmarer-schachtage.de

Von Sascha Hoffmann

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