Ordnungswidrigkeit auf kostenfreiem Parkplatz

Stadt verschickte Strafzettel, weil Fahrer auf Linie parkte

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Verwundert: Bernd Jacob erhielt ein Knöllchen, weil er nicht korrekt innerhalb des Parkstreifens geparkt hatte. Der 71-Jährige hatte offenbar die Parkmarkierung auf der rechten Seite überfahren. Die Szene wurde nachgestellt. 

Bernd Jacob traute seinen Augen nicht, als er einen Brief von der Ordnungbehörde der Stadt Vellmar aus seinem Briefkasten fischte. Zehn Euro Strafe soll der 71-Jährige bezahlen.

Grund: Er hat sein Auto nicht entsprechend der Parkflächenmarkierung geparkt, heißt es in dem Schreiben der Stadt Vellmar, das ihn Mitte März erreichte.

Jacob dachte zunächst, dass es sich bei dem Knöllchen um einen Irrtum handeln muss. Schließlich hatte er sein Auto auf einem kostenfreien Parkplatz im Parkhaus hinter dem Rathaus abgestellt. Also fragte er bei der Ordnungsbehörde nach. „Da wurde mir gesagt, dass das Verwarngeld korrekt ist“, sagt er kopfschüttelnd. Hätte er die weiße Linie auf der linken Seite des Parkplatzes überfahren, hätte er laut Ordnungsamt mit 20 Euro sogar das Doppelte zahlen müssen. „Ich habe dann gefragt, was passieren würde, wenn ein anderes Auto so dicht an der Linie steht, dass ich gar keine andere Chance habe, als selbst die Markierung zu überfahren“, erzählt Jacob.

Nach Angaben der Behörde müsse er sich dann eben einen anderen Parkplatz suchen. „Wenn ich weiter drüben hätte parken müssen, um den nächsten nicht zu blockieren, hätte ich da also überhaupt nicht stehen dürfen“, kommentiert er. Für Jacob ist die Argumentation mehr als fragwürdig. Zumal zwischen der weißen Linie und der Außenwand des Parkhauses lediglich ein halber Meter Platz ist.

Parkordnung nicht eingehalten: Unser Foto zeigt das Originalfoto der Vellmarer Ordnungsbehörde. Auf dem Bild ist ist zu erkennen, dass das Auto mit den rechten Reifen deutlich über die weiße Parmarkierung ragt. Dadurch kann der freie Raum bis zur Parkhauswand nicht von Zweiradfahrern als kostenfreier Stellplatz genutzt werden konnte.

Wolfhard Eidenmüller, Leiter der Ordnungsbehörde, beruft sich indes auf die Straßenverkehrsordnung (STVO), die eine bundesweit geltende Rechtsverordnung ist. Bei dem Verwarngeld handele es sich nicht um eine „Gängelei“ der Autofahrer. „Wir wollen eine ordentliche Aufstellung, damit alle einen Parkplatz nutzen können.“ Er habe lange mit Bernd Jacob gesprochen und ihm ausführlich erklärt, wieso er ein Verwarngeld zahlen muss. Die Freifläche zwischen Markierung und Parkhauswand werde von Zweiradfahrern genutzt - ein Symbol, dass die Fläche als Stellplatz kennzeichnet, soll demnächst folgen. Überhaupt gehe die Stadt bezüglich der Parkraumsituation mit gutem Beispiel voran. So habe man die städtischen Parkplätze auf 2,50 Meter verbreitert - im Parkhaus sogar auf 2,60 Meter.

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