Anbau an der Grundschule Obervellmar soll Ende des Jahres fertig sein

Kreis und Stadt Vellmar investieren 1,2 Millionen in den Schulausbau

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So soll es aussehen: Hinter dem Bauzaun rückt bald schweres Gerät an. Der Anbau an die Grundschule Obervellmar soll Ende des Jahres fertig sein. Darüber freuen sich von links: Architekt Michael Pleßmann, Vellmars Bürgermeister Manfred Ludewig, Landrat Uwe Schmidt sowie Schulleiterin Christine Kaiser.

Vellmar. Der Landkreis Kassel und die Stadt Vellmar investieren insgesamt 1,2 Millionen Euro in die Nachmittagsbetreuung der Grundschule Obervellmar.

Auch wenn auf dem Schulhof bald mit schwerem Gerät gebaut wird, muss der Schulbetrieb mit 210 Kindern reibungslos weitergehen. Toben in den Pausen inklusive. Eine logistische und organisatorische Herausforderung steht also den Bauherren bevor, wenn nun die Bauarbeiten an der Grundschule Obervellmar beginnen. „Wir müssen hier mehr aufpassen als sonst“, sagt Michael Pleßmann vom Architekturbüro „Mit Profil + mehr“ aus Hofgeismar. „Auf einem räumlich begrenzten Schulhof zu bauen, ist eine große Herausforderung.“

Doch trotz der besonderen Anforderungen und einigen Widrigkeiten zu Beginn, liegen die Bauherren im Zeitplan. Im März wurde mit den vorbereitenden Bodenarbeiten begonnen, Ende des Jahres soll der Anbau an der Grundschule Obervellmar fertig sein. Der Kampfmittelräumdienst musste zwei Mal anrücken, da durch den extrem feuchten Boden eine tiefere Gründung notwendig wurde.

„Die Schule ist zwar wunderschön gelegen an der Ahne, aber deshalb ist auch sehr viel Wasser im Boden“, erklärt Pleßmann. Wo sonst in einem Meter Tiefe gegründet wird, wurde nun sechs Meter tief gebohrt. Am 3. Mai wird ein 65-Tonner nun 22 Verdrängungssäulen aus Beton einlassen.

Sie legen das Fundament für einen zweigeschossigen Anbau an die Grundschule Obervellmar, in dem sechs Betreuungsräume sowie ein Mittagsraum mit Ausgabeküche Platz finden. Nötig wurde der Neubau, weil immer mehr Kinder nach der Schule betreut werden müssen. „Von unseren 210 Kindern sind zurzeit 150 Kinder in Betreuung“, sagt Schulleiterin Christine Kaiser. Sie geht davon aus, dass in absehbarer Zeit alle Schulkinder nachmittags betreut werden müssen.

Anbau längst überfällig 

Deshalb war der Anbau längst überfällig. Seit 2015 werden die Kinder provisorisch in Containern versorgt und Schulräume in einen Essraum umgewandelt. Im Winter sei es in den Containern zu kalt, im Sommer zu heiß. Deshalb ist Schulleiterin Kaiser froh, dass nun endlich der Neubau kommt. Ebenso wie Bürgermeister Manfred Ludewig (SPD). Vor allem für die Eltern, die schnell wieder in den Beruf einsteigen wollen, sei es wichtig, Planungssicherheit zu haben. Deshalb beteiligt sich die Stadt Vellmar auch mit 50 Prozent an den Gesamtkosten. „Weil es auch unsere Kinder sind“, wie Ludewig betont. 400 000 Euro wurden bereits im Haushalt 2016 veranschlagt, weitere 200 000 Euro sollen im Haushalt 2019 folgen.

Der Landkreis Kassel und die Stadt Vellmar investieren insgesamt rund 1,2 Millionen Euro in die Erweiterung der Grundschule. „Der Bedarf an Betreuungsmöglichkeiten ist erheblich gestiegen in den letzten Jahren“, sagt Landrat Uwe Schmidt. Selbstkritisch müsse auch gesagt werden, dass der Landkreis vor fünf Jahren nicht erwartet hätte, dass der Betreuungsbedarf derart stark steigen würde.

Die Nachfrage nach Nachmittagsbetreuung liege bei 80 Prozent im gesamten Landkreis. „Darauf müssen wir reagieren und das machen wir auch im Rahmen unserer finanziellen Möglichkeiten.“

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