Keine Schadstoffe mehr im Boden

Kulturhalle Niedervellmar: Sanierung soll bis Mitte 2018 abgeschlossen sein

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Die Sanierung geht voran: Peter Pilatzki, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung und Umwelt (links) und Bürgermeister Manfred Ludewig begutachten die Arbeiten im Obergeschoss der Kulturhalle in Niedervellmar.

Vellmar. Sie fehlt jeden Tag. Seitdem die Kulturhalle Niedervellmar 2011 von einem Tag auf den nächsten schließen musste, sind zahlreiche Vereine, Chöre, Tanzgruppen und der Fotoklub Vellmar näher zusammengerückt.

„Aber das sind Notmaßnahmen“, sagt Bürgermeister Manfred Ludewig (SPD). Deshalb ist es ihm wichtig, dass die Kulturhalle Niedervellmar auch so schnell wie möglich wieder öffnen kann. Nach zahlreichen Verzögerungen soll es im Sommer 2018 endlich soweit sein.

Zwar hat Vellmar mit der Mehrzweckhalle Frommershausen und dem Bürgerhaus Vellmar-West noch zwei Standorte für größere Veranstaltungen, „aber für eine Stadt mit 18 000 Einwohnern ist das nicht viel“, sagt Ludewig. Auch die Qualität der Vereinsarbeit würde darunter leiden.

Die Kulturhalle Niedervellmar wurde schon kurz nach dem Krieg gebaut und ist damit die älteste Mehrzweckhalle in Vellmar (siehe Hintergrund). 2011 wurden in dem Gebäude verschiedene Schadstoffe gefunden, unter anderem Asbest, Formaldehyd und PAK in Form von teer- und pechhaltigem Klebstoff unter dem Holzparkett.

Kurzzeitige Öffnung

„Die Schadstoffe sind, soweit erforderlich, entfernt worden“, sagt Peter Pilatzki (Fachbereichsleiter Stadtentwicklung und Umwelt, Bauen und Wohnen) bei einem Besichtigungsrundgang durch die Halle. Schon zur Bundestagswahl Ende September war die Halle als Wahllokal kurzzeitig geöffnet worden. Allerdings nur der große Saal. Die Vereinsräume sind derzeit noch Baustelle.

Dort wurden Fußböden, Wandverkleidungen, teilweise Decken und Fensterbänke entfernt. In einem Raum, dem früheren Klassenraum im ersten Obergeschoss, müssen auch alle Fenster ausgetauscht werden. „Dafür gibt es keine passenden Dichtungen mehr“, sagt Pilatzki. Aber nicht alle Fenster werden ersetzt. „Nur dort, wo sich Einfachverglasung befindet, wird ausgetauscht.“

Auch beim Brandschutz muss nachgerüstet werden. Die alten Brandschutz-Türen mussten ausgebaut und durch neue ersetzt werden, da, in den Dichtungen Asbest gefunden wurde. Außerdem wird eine Rettungstreppe an das Gebäude gebaut und voraussichtlich auch eine Brandmeldeanlage neu eingebaut.

Insgesamt wurde eine Fläche von über 1000 Quadratmetern von Schadstoffen befreit. Die Kosten für die Sanierung und Instandsetzung belaufen sich am Ende auf etwa 450 000 Euro, die über das Sonderinvestitionsprogramm des Land Hessens finanziert werden. Das war im vergangenen Jahr ins Leben gerufen worden und kam so für die Stadt Vellmar zum genau richtigen Zeitpunkt. Insgesamt stehen der Stadt aus dem Programm 495 000 Euro zur Verfügung.

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