Hoher Krankenstand mögliche Ursache

Langes Warten aufs DHL-Paket: Sendungen kommen oft verspätet an

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Paketübergabe: Nicht immer klappt die Übergabe einer Paketsendung so reibungslos wie hier, wo Kunde Andreas Strempel seine Lieferung in der Postagentur Frommershausen von Filialleiterin Susann Ernst in Empfang nimmt.

Vellmar. Einkaufen, ohne das Haus zu verlassen – das Internet macht es möglich. Wer es eilig hat, lässt gegen Aufpreis bereits am Folgetag liefern. Ärgerlich ist es aber, wenn das Paket nicht zum erwarteten Liefertermin eintrifft. Mehreren Kunden in der Region ist dieses passiert.

Beschwerden über angekündigte Zustellungen, die erst Tage später ankommen, häufen sich dieser Tage in der Region.

So hatte ein Kunde Kontakt zur HNA aufgenommen und berichtet: „Ich habe eine Mail erhalten, dass meine Sendung bereits zugestellt sei. Allerdings kam die nicht an und im Briefkasten lag auch keine Benachrichtigung.“ Mehrfache Nachfragen bei der Postagentur blieben erfolglos. Erst drei Werktage später habe der Empfänger eine Abholkarte im Briefkasten gefunden und konnte das Paket abholen. Leider kein Einzelfall.

Warten seit zwei Wochen

Noch drastischer war es bei Tobias Mehler, Geschäftsführer einer Vellmarer Softwarefirma. Das mittelständische Unternehmen hat zum Teil absurde Erfahrungen mit DHL gemacht. So wartet die Firma seit nunmehr zwei Wochen auf eine Lieferung. „Telefonische Nachfragen bei DHL wurden falsch beantwortet und Zustellversuche oft erst weit nach Geschäftsschluss vorgenommen“, sagt Mehler.

„Offensichtlich gibt es beim größten deutschen Logistikunternehmen einen hohen Krankenstand, durch den Auslieferungen zeitweise zum Erliegen kommen“, berichtet der Geschäftsführer, der diese Information von Insidern erhalten habe. Diese Erfahrungen hätten auch Firmen in unmittelbarer Nachbarschaft gemacht.

Probleme gibt es auch bei Garagenverträgen. Dabei handelt es sich um Vereinbarungen, die der Kunde mit dem Zusteller trifft. Pakete werden, wenn der Empfänger nicht zu Hause ist, an einem vereinbarten Ort abgestellt. Diese Absprachen sollen nicht eingehalten worden sein. Das Paket liegt dann ohne Benachrichtigungskarte in einer Postagentur, wovon der Kunde nichts ahnt. Besonders ärgerlich, weil die Sendungen eventuell schon bezahlt wurden oder ein Zahlungsziel enthielten.

Schwere Vorwürfe gegen DHL erhebt auch ein Kasseler Leser. Er berichtet, dass die Zusteller völlig überlastet seien und im Paketzentrum Staufenberg derzeit ein Stau von rund 30 000 Paketsendungen bestehe, durch die sich die Auslieferung um sieben bis zehn Tage verzögere.

„Keine Probleme bekannt“

Thomas Kutsch

Das kann Thomas Kutsch, DHL-Pressesprecher nicht bestätigen. „Es gibt im Paketzentrum Staufenberg keinerlei strukturelle Probleme“, sagt der Unternehmenssprecher. Natürlich gebe es vor Weihnachten eine größere Paketflut. DHL habe in den vergangenen zwei Jahren rund 10.000 Mitarbeiter eingestellt, um den gestiegenen Paketumsatz aufzufangen. 90 Prozent der Mitarbeiter seien motiviert und leisteten jeden Tag gute Arbeit. Es gäbe aber Ausfälle durch Krankheit, fehlende Motivation oder durch kulturelle Hintergründe.

Dadurch könne es Qualitätseinbrüche geben, die jedoch vom Unternehmen, so weit als möglich, kompensiert würden. „Bei den erhobenen Vorwürfen kann es sich nur um bedauerliche Ausnahmen handeln“, erklärt der Pressesprecher, der darauf verweist, dass DHL täglich 4,3 Millionen Pakete transportiert.

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