Nach tödlicher Attacke auf 54-Jährige

Nach Bluttat in Obervellmar: Eine Straße unter Schock

Vellmar. „Das ist eine Katastrophe für die ganze Straße“, sagt der Mann. In seinem direkten Nachbarhaus in Obervellmar hat die 54-jährige Frau gewohnt, die am Dienstagmorgen auf offener Straße getötet wurde.

Er erzählt, wie er am Morgen gegen 10 Uhr beobachten musste, wie seine Nachbarin niedergestochen wurde. „Ich habe es mit eigenen Augen gesehen“, sagt der verzweifelte Mann. „Nachdem ich Hilferufe gehört hatte, bin ich rausgelaufen. Machen konnte ich nichts mehr. Sie war tot, einfach nur tot.“

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Über seine frühere Mieterin sagt der Mann: „Sie war nicht mehr Herr ihrer Sinne.“ Die psychischen Probleme der Frau sind wohl auch ein Grund gewesen, warum sie Anfang Dezember vergangenen Jahres aus der Wohnung im ersten Stock des Hauses an der Frankfurter Straße in Obervellmar ausziehen musste. Der Vermieter berichtet von Schreianfällen, die die Frau manchmal bekommen habe. Als sie im Mai 2010 mit ihrem mittlerweile achtjährigen Sohn in die Mietwohnung eingezogen sei, sei noch alles in Ordnung gewesen. Nach und nach seien aber Probleme aufgetreten, erzählt der Vermieter. Besonders mit der Nachbarin.

Die 49-Jährige habe die 54-jährige Frau im Nachbarhaus belästigt und beschimpft, sagt der Mann. Sie habe nachts sogar bei der Nachbarin geklingelt. Zudem habe sie behauptet, die Nachbarin würde ihr Energie rauben. Er habe einige Male, nachdem seine Mieterin Schreianfälle bekommen habe, die Polizei gerufen. Aber das habe an der Lage auch nichts geändert. „Die Polizisten konnten da auch nichts machen“, sagt der Mann.

Fotos: Tödliche Attacke in Obervellmar

Tödliche Attacke in Obervellmar

Das Gros der Bewohner äußerte sich am Dienstag nicht zu der Bluttat in der Nachbarschaft. Anwohnerin Marina Zipfel berichtete allerdings, dass die Tatverdächtige sich manchmal stundenlang vor ihrem Haus rumgetrieben habe. Die Frau habe einen verwirrten Eindruck gemacht. „Mit so etwas rechnet man aber nicht. Das ist eine ganz schlimme Sache.“

Die 54-Jährige hinterlässt ihren Lebensgefährten.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

Rubriklistenbild: © Pflüger-Scherb

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