„Der Schreck sitzt noch in den Gliedern“

Nach Überfall in Vellmar: Kunden und Mitarbeiter sind schockiert

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Versuchter Raubüberfall: In dieser Nahkauf-Filiale im Vellmarer Stadtteil Frommershausen fand am Samstagabend gegen 21.50 Uhr ein versuchter Raubüberfall statt. 

Vellmar. Nach einem Überfall auf den Nahkauf in Frommershausen stehen die Mitarbeiter noch immer unter Schock. 

Nur wenige Minuten dauerte am vergangenen Samstagabend, unmittelbar vor Ladenschluss, ein versuchter Überfall auf einen Nahversorger im Vellmarer Stadtteil Frommershausen. Zwei maskierte Männer kamen gegen 20.50 Uhr mit Sturmmasken und Rucksäcken in die Nahkauf-Filiale und bedrohten dort einen Kassierer mit einer Pistole. Anschließen flohen die Täter ohne Beute.

„Ich habe den Schrecken noch immer in den Gliedern und es wird sicher auch noch eine Weile dauern, bis ich das Erlebte verarbeitet habe“, schildert Filialleiterin Susann Ernst. Die 45-Jährige war zur Tatzeit im Lager beschäftigt. Dort informierte sie eine Kollegin darüber, dass zwei schwarz gekleidete Männer im Laden seien und den Kassierer mit einer Pistole bedrohten. Einer der Täter forderte Angestellte und Kunden auf, sich auf den Boden zu legen. 

Als ein an der Kasse stehender Kunde dieser Aufforderung nicht folgte, wurde er ins Gesicht geschlagen und dabei verletzt. Während der bewaffnete Täter den Kassierer in Schach hielt, drang sein Komplize in die Büro- und Lagerräume ein. Kurz darauf flüchteten die Täter ohne Beute. „Das Ganze dauerte nur wenige Minuten und lief leise ab“, erinnert sich Susann Ernst. Der Mitarbeiter, der unmittelbar mit der Schusswaffe bedroht wurde, konnte am Montag noch nicht zur Arbeit kommen, weil er unter Schock steht. Was die Täter suchten, ist für die Filialleiterin ein Rätsel, denn sie hätten Geld, Zigaretten oder auch Schnaps mitnehmen können.

„Im Moment des Überfalls ist man schockiert, fühlt sich hilflos und realisiert nicht was geschehen ist. Die Firma hat mir psychologische Hilfe angeboten, um das Geschehene zu verarbeiten. Das Erlebte hat mich das ganze Wochenende über belastet.“ Mit dem mysteriösen Überfall beschäftigen sich auch die Kunden des Marktes.

Der Tatort in der Übersicht. Für eine vollständige Ansicht bitte oben rechts auf "Medienzoom" klicken.

„Ich fühle mich vor allem abends nicht mehr in Vellmar sicher, denn auch der Netto-Markt wurde schon mehrfach überfallen“, erklärt Diana Fuchs. Dabei ist die 44-Jährige erst kürzlich von Kassel nach Vellmar gezogen, weil sie glaubte, dort ruhiger und sicherer zu wohnen.

Auch Wolfgang Knispel ist betroffen. Der 52-Jährige kauft hier regelmäßig ein und hätte damit nie gerechnet. Vor allem die Markt-Mitarbeiter tun ihm leid, weil sie gesundheitlichen Schaden nehmen können.

Einfach schlimm findet es Irmgard Methe. „Auch wenn die Täter nichts mitgenommen haben, so sitzt einem der Schrecken doch in den Gliedern und ich bin sehr betroffen“, sagt die 70-Jährige, die trotzdem weiter beim Nahversorger einkaufen will.

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