Nach einer Tat steigt Kriminalitätsfurcht

Nach Vandalismus-Fall -  Behörden: Es gibt keine Jugendbanden in Vellmar

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Warnung: Im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg wurde mit diesem Hinweis vor einer Jugendbande gewarnt. In Vellmar gibt es laut Polizei und Bürgermeister kein Problem mit Jugendbanden.

Vellmar. Nach einem schweren Fall von Vandalismus kursierte in Vellmar das Gerücht, dass Jugendbanden dort ihr Unwesen treiben. 

Mit brachialer Gewalt und Tritten wurde Anfang Januar in der Parkstraße in Vellmar ein Auto zerstört. Schaden: 1800 Euro. Vier junge Männer hatten ihre blinde Wut an dem geparkten Wagen ausgelassen. Nach dem Vorfall meldeten sich bei der HNA besorgte Bürger, die von einem schon lange existierendem Problem mit Jugendbanden in Vellmar berichteten.

Doch weder die Polizei noch Vellmars Bürgermeister Manfred Ludewig können das bestätigen. „Wir haben in Vellmar keine Auffälligkeiten und auch keine Hinweise darauf, dass diese Tat in einem Zusammenhang mit irgendwelchen Jugendbanden steht“, sagt Matthias Mänz, Pressesprecher der Polizei Nordhessen. „Man muss das mal in Kontext setzen“, sagt Mänz. Im Dezember habe es zum Beispiel genau eine Anzeige wegen Sachbeschädigung in Vellmar gegeben.

Nach Vorfällen wie dem in der Parkstraße würde sich oft das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürger verändern, auch wenn es sich in der Realität anders darstelle.

Wichtig sei, die Menschen zu sensibilisieren, aber auch die Möglichkeit, präventiv eingreifen zu können, um Straftaten vorzubeugen, sagt Manfred Ludewig. So gibt es in Vellmar schon seit vielen Jahren einen Präventionsrat, der sich aus Polizei, Jugendpflege, politischen Parteien, Bürgermeister und den Sozialarbeitern der Schulen zusammensetzt. Dort werden aktuelle Probleme besprochen und versucht, gemeinsam Lösungen zu finden. „Es geht auch darum, wie man Jugendlichen helfen kann“, sagt Ludewig.

Zudem setzt die Stadt seit 2015 in den Sommermonaten eine Stadtstreife ein – zwei Personen einer privaten Sicherheitsfirma – die in enger Kooperation mit der Polizei wichtige Punkte in der Stadt abfahren und versuchen, präventiv Eskalationen zu verhindern. „Seit der Zeit ist es ruhiger geworden“, sagt Ludewig. Außerdem lädt die Stadt in Zusammenarbeit mit der Polizei seit zwei Jahren regelmäßig zu Informationsveranstaltungen der Aktion „Wachsamer Nachbar“ ein.

Die Polizei sei auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen, sagt Mänz. „Das ist unser ständiger Appell, uns schnellstmöglich zu informieren, wenn etwas auffällig ist.“ Durch aufmerksame und beherzt eingreifende Zeugen konnten auch drei der vier Männer, die Anfang Januar das Auto in der Parkstraße beschädigten, kurz nach der Tat festgenommen werden. Die vierte Person konnte zwar fliehen, aber es liegen laut Mänz mittlerweile Hinweise auf den Mann vor. Die Polizei ermittelt noch.

Die nächste Info-Veranstaltung der Aktion „Wachsamer Nachbar findet am Mittwoch, 31. Januar, ab 19 Uhr in der Mehrzweckhalle Frommershausen statt.

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