Nächtlicher Einsatz in Vellmar: Kran hievte Teile für neue Brücke über B7

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Imposantes Bild: In wenigen Minuten hievte ein 600-Tonnen-Kran die Brückenfertigteile in die Widerlager (im Vordergrund). Pünktlich zum Betriebsbeginn des Eisenbahnverkehrs um 6.40 Uhr war alles erledigt. 

Vellmar. Das war Maßarbeit: In der Nacht zum Sonntag hievte ein Kran die fünf Stahlverbundfertigteile für die neue Brücke auf ihre Widerlager.

Die Teile wurden in Fahrtrichtung Espenau über die Eisenbahnlinie auf der B7/B83 geschwenkt. Das ganze Manöver dauerte bis in die frühen Morgenstunden an. Seit gestern Nachmittag rollt der Verkehr wieder.

Das Bauwerk ersetzt eine etwa 60 Jahre alte Brücke. Jetzt beginnen die Betonierarbeiten, um das Tragwerk der neuen Brücke fest mit den Widerlagern zu verbinden und den Untergrund für die Fahrbahndecke herzustellen. Bis Juli soll auch die Brückenkappen fertig montiert und die neue Asphaltdecke aufgetragen sein. Dann kann die Bundesstraße wieder auf allen vier Fahrbahnen genutzt werden.

Fünf Fertigteile

Pünktlich um 0.40 Uhr brauste am Sonntag der letzte Güterzug unter der alten Brücke hindurch. Die Bahn stellte den Strom in der Oberleitung ab, der schwere Kran nahm das erste der fünf jeweils 35 Tonnen schweren und gut 25 Meter langen Stahlverbundfertigteile an den Haken und hievte sie von einem Tieflader, der sie aus Fulda herantransportiert hatte. Beim Einfädeln der Teile auf den mit Stahlstangen bewehrten Widerlagern war höchste Präzision gefragt.

„Da kommt es auf Millimeter an“, erklärte Polier Andreas Brill von der Firma Beck Bau aus Eschwege, die als Generalunternehmer die Regie bei dem Bauprojekt führt. Die Arbeiter sorgten mit Wasserwaage, Zollstock und Hebeleisen dafür, dass die Fertigteile exakt im richtigen Winkel aufkamen. Bei dieser Arbeit ist mehr handwerkliches Geschick als Hightech gefragt. „Das wird beim Brückenbau auch noch in 50 Jahren so sein“, meinte Brill.

Brückenbau über der Bahnlinie zwischen Vellmar und Espenau

Vor genau einem Jahr hatten Spezialisten von Beck Bau und der Firma Elo aus Fulda schon auf der Fahrtrichtungsseite nach Vellmar die gleiche Prozedur erfolgreich absolviert. Projektleiter Stephan Nolte von der Straßenbaubehörde Hessen Mobil ist sichtlich stolz darauf, dass der Zeitplan bisher exakt eingehalten wurde.

„Diesen Termin heute Nacht haben wir bereits vor vier Jahren eingetütet“, sagte er. Zur Sicherheit war noch ein Ausweichtermin mit der Bahn vereinbart worden. Im Mai muss die Schienenstrecke noch einmal für nächtliche Arbeiten stillgelegt werden.

Die Arbeiter haben seit 9. Januar bei Wind und Wetter fast ohne Unterbrechung die Brückenköpfe betoniert. Frosteinbrüche lassen sie unbeeindruckt. Dann werde der Beton vorgewärmt und mit Thermofolie bedeckt, damit der trotz der Kälte abbindet, erläuterte Polier Brill.

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