Neue Pläne fürs Vellmarer Rathaus: Sanierung soll nächstes Jahr beginnen

Rettungsweg: Bedingt durch die kaskadenartige Bauweise des Rathauses gibt es nur wenige Möglichkeiten, ein zweites Treppenhaus anzubauen. Archivfoto: Wewetzer

Vellmar. Das Rathaus in Vellmar muss umfassend saniert werden. Nachdem den Stadtverordneten die aktuellen Pläne vorgestellt wurden, lädt die Stadt nun für Montag, 9. November, 20 Uhr, zur Bürgerversammlung in der Mehrzweckhalle Frommershausen ein, um die Pläne der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Vellmar. Das Planungsbüro KM Karampour und Meyer aus Ahnatal hat am Montagabend die Entwurfsplanung zur Rathaussanierung in einer Sondersitzung des Stadtparlaments vorgestellt. Der Einladung zur Stadtverordnetensitzung waren auch etwa 30 Bürger gefolgt.

Diplom-Ingenieur Thomas Meyer und Architektin Stefanie Kleppek gaben einen Überblick über den Planungsstand. Nun haben die Stadtverordneten fünf Wochen Zeit, sich mit dem Planungsentwurf zu beschäftigen, bevor in der Sitzung am Montag, 14. Dezember, der finale Beschluss gefasst werden soll:

Bausubstanz und energetischer Zustand 

Das Rathaus besteht aus einer nahezu ungedämmten Gebäudehülle. Die schlecht isolierten Fenster und die veraltete Anlagentechnik verursachen einen hohen Energieverbrauch und hohe Unterhaltungskosten. Das Gebäude entspricht folglich nicht mehr dem Stand der Technik und den Anforderungen der Energiesparverordnung (EnEV).

Brandschutz und Sicherheit 

Das Gebäude kann die brandschutzrelevanten Anforderungen nicht erfüllen. Untersuchungen haben ergeben, dass ein zweiter Rettungsweg fehlt und die Feuerwiderstandsfähigkeit der Geschossdecken mangelhaft ist. Um den Zugang zu einem sicheren Fluchtweg zu ermöglichen, müssen die beiden Gebäudeabschnitte geteilt und künftig mit einer Brandschutztür ausgestattet werden.

Schadstoffbelastete Bauteile und Materialien 

Vor fast 40 Jahren: Das Rathaus Vellmar wurde 1976 mit einem Festakt eingeweiht. Archivfoto: Helmuth Breiter

Viele Baustoffe aus der Bauzeit gelten nach heutigem Stand als Schadstoffe. Gefunden wurden unter anderem Asbest in den Abwasserrohren und künstliche Mineralfasern (Glasfasern) im Dämm- und Deckenmaterial, die als krebserregend gelten. Zwar geht keine akute Gesundheitsgefährdung von den Materialien aus, aber die Baustoffe und Bauteile dürfen nicht weiter bearbeitet werden und müssen ausgebaut und entsorgt werden.

Baulicher, technischer und bauhygienischer Zustand 

Nach fast 40 Jahren sind viele Bauteile abgenutzt beziehungsweise schadhaft. Zudem gibt es beispielsweise für die Fenster keine Ersatzteile mehr. Alte verzinkte Rohre für das Trinkwasser, asbestbelastete Rohre für das Abwasser und alte Stahlrohre für die Heizung müssen ausgetauscht werden. Die Wasserhygiene entspricht zudem nicht mehr der Trinkwasserverordnung - es besteht die Gefahr von Legionellenbildung.

Umgestaltung des Gebäudes 

Die zentrale Erschließung des Gebäudes soll über das vorhandene Treppenhaus erfolgen und die zentrale Foyertreppe abgerissen werden. Der Bürgerservice soll wieder in einzelnen Büros untergebracht werden, um den Datenschutz zu gewährleisten. Mithilfe einer leichten Stahlkonstruktion soll ein zweiter Rettungsweg von außen an das Gebäude angebaut werden.

Insgesamt soll das Rathaus luftiger und offener gestaltet werden. Die Wartezonen sollen mehr Licht und eine helle, offene Struktur mit einer Blickbeziehung zwischen dem Gebäude und dem Rathausplatz erhalten. Auch die Fassadengestaltung zum Rathausplatz soll „Offenheit nach innen“ symbolisieren.

Der zentrale Foyerbereich im ersten Obergeschoss kann dann für Veranstaltungen genutzt werden. Auf dem Dach soll die Technikzentrale mit einem Be- und Entlüftungssystem installiert werden.

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