Vertrag zum 31. Dezember gekündigt

Neuer Pächter für Bürgerstuben in Vellmar gesucht

Braucht ab Januar 2016 einen neuen Betreiber: Das Bürgerhaus Vellmar-West. Der bisherige Pächter, die Radeberger-Gruppe mit Sitz in Frankfurt, hat den Vertrag gekündigt. Foto: privat/nh

Vellmar. In Vellmar wird ein neuer Pächter für die Gaststätte Bürgerstuben im Bürgerhaus Vellmar-West gesucht.

Derzeitiger Pächter ist die Radeberger-Gruppe mit Sitz in Frankfurt. Sie hat die Räumlichkeiten an die Vellmarer Gastronomen-Familie Müller, die in Vellmar auch das Ahnepark-Café und das Bistro Linie 1 am Rathausplatz betreibt, unterverpachtet.

Nach Auskunft von Vellmars Bürgermeister Manfred Ludewig (SPD) hat Radeberger den Pachtvertrag zum 31. Dezember dieses Jahres gekündigt. Grund für die Kündigung ist laut Ludewig ein Richtungswechsel in der Firmenphilosophie bei der größten Brauereigruppe Deutschlands. Sie will demnach sukzessive ihre Pachtverhältnisse mit Kommunen auflösen und künftig nur noch als Bierlieferant auftreten. Radeberger bestätigte die Kündigung auf Anfrage der HNA, wollte sich aber zu den Gründen nicht weiter äußern.

„Wir müssen jetzt einen anderen Pächter suchen“, sagte Ludewig. Er zeigte sich zuversichtlich, dass das schnell gelingen wird und der Betrieb zum 1. Januar kommenden Jahres nahtlos weiterläuft. Positiv wirkt sich seiner Meinung nach aus, dass die Stadtverordnetenversammlung bei ihrer letzten Zusammenkunft beschlossen hat, die Anmietung und Bewirtung des Saales in Zukunft ausschließlich über den Pächter zu regeln. Für das Bürgerhaus Obervellmar besteht diese Regelung bereits. Sie soll dazu beitragen, die Gastronomie in den Häusern für die Pächter wirtschaftlicher zu machen. Lediglich für Vellmarer Vereine und Verbände soll es eine Ausnahmeregelung geben. Da ihnen im Bürgerhaus Vellmar-West keine weiteren Räume zur Verfügung stehen, sollen sie weiterhin die Möglichkeit zur Selbstbewirtung haben. Für Gastronom Andreas Müller kam das Ende des Pachtverhältnisses nicht überraschend. „Unser Vertrag mit Radeberger wäre ohnehin Ende des Jahres ausgelaufen“, sagte er. Ob seine Familie sich auf die Ausschreibung bewerben wird, wisse er noch nicht, das hänge von den Verträgen ab. „Ohne Saal waren die Bürgerstuben jedenfalls nicht wirtschaftlich zu betreiben. Insofern ist der Ansatz der Stadt richtig, ihn mit in die Bewirtschaftung einzubeziehen“, sagte der Gastronom.

Dennoch sei es schwierig, mit den Gaststätten in Bürgerhäusern Geld zu verdienen. „Da wachsen die Bäume nicht in den Himmel.“ Die Gemeinde Espenau habe ihm sogar angeboten, ihm das frisch sanierte Bürgereck kostenlos zur Verfügung zu stellen. „Es hat schon seinen guten Grund, dass die Radeberger-Gruppe sich zurückzieht. Die müssen, genauso wie wir, Geld verdienen“, so Müller.

Laut Ludewig wird die Gaststätte in den kommenden zwei Wochen mit der Maßgabe, den Bürgersaal mitbewirtschaften zu können, ausgeschrieben. Nach einer drei- bis vierwöchigen Bewerbungsfrist starte dann das etwa ebenso lange dauernde Vergabeverfahren.

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