Stadtverordnete stimmen für Umwandlung von Ackerland

Weg für neues Baugebiet mit 180 Grundstücken in Vellmar ist frei

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Zurzeit noch Ackerland und Grünfläche: Vom Hainbachweg aus blickt man auf die Fläche nördlich von Frommershausen, die in Bauland umgewandelt werden soll. Hier sollen, wenn es nach den Stadtverordneten geht, bald Häuser stehen.

Vellmar. So voll wie am Montagabend war es bei einer Sitzung der Stadtverordneten in Vellmar selten. Grund für das Interesse: Die Parlamentarier berieten über den Plan für ein neues Baugebiet.

Im Zuschauerbereich im großen Sitzungssaal des Bürgerhauses Vellmar-West war kein Platz mehr frei, als der Stadtverordnetenvorsteher Ralf Franke die Sitzung eröffnete. 

Im Juli 2014 hatte die Stadt Vellmar eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Ziel war es, herauszufinden, wo in Vellmar noch sinnvoll Baugebiete erschlossen werden können. Das Ergebnis: Das Gebiet oberhalb von Frommershausen bietet Platz für 180 Grundstücke.

Kartenansicht von Frommershausen

Die Fläche ist 15,6 Hektar groß und schließt im Norden an die Immenhäuser Straße und das dort vorhandene Wohngebiet an. Bisher erstrecken sich dort landwirtschaftliche Flächen, die im Regionalplan Nordhessen auch als solche ausgewiesen sind. Deshalb ist es nötig, den rechtsgültigen Flächennutzungsplan des Zweckverbandes Raum Kassel zu ändern (die HNA berichtete).

„In Vellmar gibt es eine Interessentenliste von Menschen, die bei uns gerne Eigentum erwerben möchten“, sagte Bürgermeister Manfred Ludewig (SPD). Diese Liste gehe weit über die 180 anvisierten Grundstücke hinaus. Die Baulücken in Vellmar seien nahezu ausgeschöpft.

Die Aufstellung des Bebauungsplanes, die Änderung des rechtsgültigen Flächennutzungsplanes und die Anordnung einer Baulandumlegung wurden mit der Mehrheit der Stadtverordneten angenommen. Die Grünen lehnten beide Beschlüsse geschlossen ab.

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, Markus Pape, ergriff zu dem Thema auch das Wort. „Der Antrag ist nicht ökologisch“, sagte er an das Publikum gerichtet. Die 15 Hektar Land entsprächen 25 Fußballfeldern, die betoniert würden. „Damit verlieren wir unwiederbringlichen Lebensraum für Pflanzen und Tiere.“ Außerdem würde mit der Erschließung des Gebiets der Wohnraummangel nicht nachhaltig bekämpft. „Einfamilienhäuser im Grünen stellen keinen Beitrag für die Schaffung preiswerten Wohnraums dar“, sagte Pape. Was fehlten, seien Zwei- bis Vierzimmerwohnungen in den Ballungsräumen. Die auf den Weg gebrachte Erschließung des Geländes der alten Ziegelei an der B 7 / B 83 in Niedervellmar sei zum Beispiel ein vertretbarer Schritt, so die Grünen.

Da die Beschlüsse mit der Mehrheit angenommen wurden, kann die Stadt nun das Abweichungsverfahren einleiten, damit die jetzigen Ackerflächen in Bauland umgeschrieben werden können.

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