Polizeiarbeit im Ruhestand

Pensionär ist erster Sicherheitsbeauftragter für Senioren in Vellmar

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Alter Arbeitsplatz: 43 Jahre war Wilfried Apel bei der Polizei, viele Jahre davon hier in Vellmar. Seit acht Jahren ist er in Pension und seit vergangenem Jahr Sicherheitsbeauftragter für Senioren der Stadt Vellmar.

Vellmar. Er habe ein Helfersyndrom, sagt Wilfried Apel von sich, und lacht dabei sein herzliches Lachen, das ansteckend ist. Er sagt das mit dem Helfersyndrom im Scherz, aber in jedem Scherz liegen bekanntlich auch ein paar Krumen Wahrheit.

Wenn man 43 Jahre bei der Polizei war und nun ehrenamtlich als Sicherheitsbeauftragter für Senioren tätig ist, dann liegt es auf der Hand, dass einem das Wohl Anderer am Herzen liegt.

Vor acht Jahren ging Wilfried Apel in Pension, aber sich nur den eigenen Hobbys zu widmen, war die Sache des 68-Jährigen nicht. Seit 2016 ist er nun Mitglied im Seniorenbeirat und seit Frühjahr 2017 auch der erste Sicherheitsbeauftragte für Senioren der Stadt Vellmar.

Schon im Seniorenbeirat kümmerte er sich vorwiegend um Kriminalprävention für Senioren. „In dem Zusammenhang sind der Bürgermeister und ich irgendwann darauf gekommen, mich zum Sicherheitsbeauftragten für Senioren in Vellmar auszubilden“, sagt Apel.

Das Polizeipräsidium Nordhessen bietet seit Anfang 2016 eine Fortbildung zum Sicherheitsberater für Senioren an. Sie werden ausgebildet, um die Kriminalprävention zu verbessern (siehe Hintergrund). Der Lehrgang dauert eine Woche und war auch für einen pensionierten Polizisten wie Wilfried Apel eine wichtige Grundlage für seine neue Aufgabe. „Kriminalität bleibt ja nicht stehen“, sagt der 68-Jährige. „Um auf den neuesten Stand zu kommen, war der Lehrgang enorm wichtig.“

Als er vor 43 Jahren bei der Polizei angefangen habe, gab es zum Beispiel noch keine Handys und die vielfältigen Betrugsmaschen über das Telefon auch noch nicht. „Ich frage mich wirklich, ob ich es noch erleben werden, dass kein Senior auf den Enkeltrick reinfällt“, sagt Apel.

Der Schwerpunkt seiner Tätigkeit als Sicherheitsbeauftragter liegt darin, Kontakt mit älteren Menschen zu pflegen und sie auf Gefahren hinzuweisen. Zum einen auf die Gefahren am Telefon, der Haustür und im Internet. „Das wird immer mehr“, sagt Apel. Ältere Menschen seien oft einsam, „und sie sind potenzielle Opfer durch ihre körperliche und geistige Eingeschränktheit“. Ältere Menschen seien einfach nicht mehr so schnell und aufnahmefähig wie jüngere Menschen und dadurch auch öfter Ziel von Betrügern.

Zu seinen Aufgaben zählt aber auch Verkehrsprävention, also zum Beispiel gerade in der dunklen Jahreszeit darauf hinzuweisen, wie wichtig Erkennbarkeit auf dem Fahrrad ist. „Ich bin der sogenannte Kümmerer der alten Leute“, sagt Apel. Allerdings immer in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Vellmar, wie er betont.

Jeder kann ihn jederzeit ansprechen und um Hilfe bitten. Zusätzlich organisiert Apel gemeinsam mit der Stadt Vellmar und der Polizei Veranstaltungen, um auf Gefahren hinzuweisen. Hilfe zur Selbsthilfe möchte Wilfried Apel leisten, damit ältere Menschen weniger oft zum Opfer von Kriminellen werden.

Die nächste Informations-Veranstaltung der Aktion „Wachsamer Nachbar“ findet am Mittwoch, 31. Januar, ab 19 Uhr in der Mehrzweckhalle Frommershausen statt.

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