Personalmangel: Freibad in Vellmar bleibt geschlossen

Kühles, leeres Nass: Weil fast die Hälfte des Personals erkrankt ist, wird es in den nächsten Wochen im Freibad Obervellmar nur einen Notbetrieb geben. Archivfoto: Brosche

Vellmar. Mit einem Sprung ins kühle Nass wird es vorerst in Vellmar nichts. Denn dort ist das Freibad noch geschlossen.

Krankheitsbedingt sind in den Vellmarer Bädern nämlich nur drei von sechs Mitarbeitern einsetzbar. „In so einer Vehemenz hatten wir das Problem noch nie“, sagt Stephan George, Fachbereichsleiter Verwaltung und Bürger-Service bei der Stadt. Da momentan auch noch das Hallenbad betrieben werde, habe dieses auch Vorrang. „Unter der Woche trainieren dort Vereine, Schule und Kindergärten. Das können wir nicht einfach schließen“, so George.

Aushilfen sind für die Vellmarer derzeit auch nicht in Sicht. „Kurzfristig bekommt man keine Fachkräfte mehr, der Markt ist abgegrast“, erklärt George. Sämtliche Fachkräfte seien mittlerweile bei anderen Freibädern untergekommen. „Für uns macht es das verdammt schwierig. Wir können nur mit denen arbeiten, die da sind“, sagt der Fachbereichsleiter.

Eine Öffnung des Freibades wäre bis vor zwei Wochen aber auch generell nicht möglich gewesen. „Unser Freibad ist nicht beheizt und wir öffnen erst ab 18 Grad Wassertemperatur. Da die Nächte aber sehr kühl waren, hätten wir die niemals erreicht“, betont George. Man sei in Vellmar halt auf gute Witterung angewiesen.

Für die Verwaltung und die Freibad-Fans gibt es aber Licht am Ende des Tunnels. Die Unterhaltungsarbeiten sind abgeschlossen und das Wasser mittlerweile ins Becken eingelassen. „Wenn das Wetter jetzt so bleibt, erreichen wir die 18 Grad bald“, sagt George. Dann würde man hoffentlich bald öffnen können. „Unsere Zielsetzung ist der 13. Juni“, sagt George. Durch den Personalmangel werde es aber nur möglich sein, in geringem Umfang das Bad zu öffnen. „Unsere Überlegung ist, dass wir das Freibad zunächst nur am Wochenende öffnen, da ist es am stärksten frequentiert“, so George. Eine endgültige Entscheidung über die Öffnungszeiten soll aber erst Anfang nächster Woche fallen.

Bis das Bad wieder voll in Betrieb genommen werden kann, wird es aber noch dauern. „Ein Mitarbeiter kommt Ende Juli zurück und unsere Auszubildende hat dann ihre Prüfungen abgeschlossen“, erklärt der Fachbereichsleiter. Spätestens wenn das Hallenbad in den Sommerferien für die Jahresunterhaltungen gesperrt wird, öffne das Freibad in vollem Umfang.

Bei den treuen Schwimmern hat nicht jeder Verständnis für die Situation. „Das Bad in Immenhausen ist auch ungeheizt und hat seit Mitte Mai geöffnet“, sagt ein Stammschwimmer, der namentlich nicht genannt werden will. Diese Ausrede hätte es in den letzten Jahren immer gegeben. Er finde, dass auch noch genügend Personal zur Verfügung stehe, um beide Bäder zu betreiben.

Die Stammschwimmer seien verärgert, weil sie immer vor verschlossenen Türen stehen würden. Vielmehr noch frage er sich, ob sich eine Jahreskarte lohnen würde. „Es ist schon einiges an Zeit verloren gegangen. Ich weiß nicht, obdas Sinn macht“, ärgert er sich.

Von Max Seidenfaden 

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