Gast schwärmt für Rouladen

Pfarrer aus Uganda ist zu Besuch in Vellmar

+
Rückreise am MontagPfarrer Joseph Mosana aus Fort Portal in Uganda: Der 50-Jährige organisiert Gottesdienste, kümmert sich um die Anliegen der Gemeindemitglieder Heilig Geist und leitet Beerdigungen.

Vellmar. Joseph Mosana aus Afrika vertritt den Pfarrer der katholischen Heilig-Geist-Gemeinde in Vellmar. Das bedeutet für ihn nicht nur kulinarisch eine Umstellung.

Kartoffelpüree und Rouladen stehen in Uganda nie auf der Speisekarte. Umso lieber isst Joseph Mosana aus Fort Portal in Uganda, Ostafrika, das deutsche Traditionsgericht, wenn er in Vellmar ist. Doch nicht nur kulinarisch bedeutet der Aufenthalt in Hessen für ihn eine Umstellung.

„Hier wird alles anders gemacht“, sagt Mosana. Der Gottesdienst, die Beerdigung, die Menschen, das Essen und das Wetter sind nicht so, wie er es kennt. „In Fort Portal dauert ein Gottesdienst zwei Stunden, in Vellmar nur 45 Minuten“, sagt der Pfarrer. Auch inhaltlich unterscheiden sich die Messen. „In Uganda wird viel gesungen, geklatscht und getanzt“, erzählt der 50-Jährige. Die Predigt allein dauere in seiner Heimat rund 30 Minuten. Immer wieder lade er in Fort Portal Experten in den Gottesdienst ein, um Vorträge zu Themen wie Hygiene zu halten. Auf diese Weise werden viele Menschen erreicht. Auch Beerdigungen in Vellmar und Fort Portal sind kaum miteinander vergleichbar. „In Uganda kommen viel mehr Menschen zur Beerdigung, sagt Mosana, der in Vellmar zwei Menschen beigesetzt hat.

Im Hinblick auf Pünktlichkeit unterscheiden sich die ugandische und die deutsche Mentalität ebenfalls. „In Uganda läuft alles langsamer. Wir sind nicht so pünktlich“, meint der ugandische Pfarrer. Seit 2004 ist Mosana Direktor der Caritas im Bistum Fort Portal. Zu seinen Aufgaben zählt es, die unterschiedlichen Projekte der Caritas in seiner Heimatstadt zu koordinieren. Mit der Unterstützung von Partnern in Deutschland, den Niederlanden und den USA werden Kleinkredite finanziert, Umweltschutz betrieben und Frauenrechte gestärkt.

Vellmar ist über den Arbeitskreis Fort Portal mit der ugandischen Stadt verbunden. Dieser sammelt regelmäßig Geld, damit 200 Waisenkinder zwischen elf und 15 Jahren in Fort Portal zur Schule gehen können. Ihre Eltern sind an Aids gestorben. „Das Schulgeldprojekt gibt es seit 2005“, sagt Mosana.

Rückreise am Montag

Der Priester kommt seit 2004 regelmäßig nach Vellmar. Manchmal nur, um die Partnerstadt zu besuchen, oder aber um, so wie jetzt, Pfarrer Andreas Schreiner zu vertreten. Dies tat er in der Vergangenheit bereits drei Mal. Mosana fühlt sich sichtlich wohl in Vellmar. „Ich kenne die Leute schon lange und wir verstehen uns gut“, erzählt er. Immer wieder würden ihn Gemeindemitglieder aufsuchen und beispielsweise Kirschen vorbeibringen. Auch die Gegend rund um Vellmar hat Mosana schon erkundet. So hat ihn der Kasseler Herkules sehr beeindruckt, aber auch den beliebten Ahnepark mit seiner Seenlandschaft in Vellmar schätzt er.

Während den ersten Tagen seines Aufenthalts in Vellmar machten ihm vor allem die hohen nächtlichen Temperaturen zu schaffen. In Fort Portal sei es zwischen Januar und März tagsüber zwar auch warm, nachts kühle es jedoch stärker ab. „Ich habe mich dann im Bett hin und her gewälzt“, sagt Mosana.

Am Montag reist er nach seiner rund drei Wochen dauernden Vertretung von Pfarrer Andreas Schreiner zurück in seine ostafrikanische Heimat. Vorher stehen noch eine Fahrradtour mit dem Vellmarer Männertreff und ein Betriebsausflug mit den Mitarbeitern der Pfarrei an.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.