Schaden von 1,5 Millionen Euro

Schwarzarbeit im großen Stil: Razzia bei Sicherheitsfirma in Vellmar

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Vellmar. Die Ermittler der Kasseler Finanzkontrolle Schwarzarbeit haben mit der Staatsanwaltschaft Kassel ein Sicherheitsunternehmen im Landkreis durchsucht, das bundesweit tätig ist.

Der Einsatz der Ermittlungsgruppe „Titan“ am Dienstagmorgen klingt wie der Plot aus einem Kriminalroman. Bei einer großangelegten Razzia – unter anderem in Vellmar – wurden neben Akten, Computern und Mobiltelefonen auch Waffen, Drogen und Anabolika gefunden. Grund für den Einsatz von Zoll und Staatsanwaltschaft war der Verdacht des Sozialversicherungsbetrugs – möglicherweise in Millionenhöhe. Nach HNA-Informationen handelt es sich bei dem Dienstleister um den Sicherheitsdienst 24 GmbH, dem Schwarzarbeit im großen Stil vorgeworfen wird.

Die Ermittler der Kasseler Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Hauptzollamts Gießen hatten in den Morgenstunden unter Leitung der Staatsanwaltschaft Kassel in dem Zusammenhang zeitgleich 42 Durchsuchungsbeschlüsse in mehreren Bundesländern vollstreckt, teilten die Behörden am Dienstagmittag mit.

Mit mehr als 350 Beamten von Zoll, Polizei und Steuerfahndung wurden Wohnungen, Geschäftsräume und Fahrzeuge durchsucht. Konkret werde gegen fünf Personen ermittelt, die als Geschäftsführer, Gesellschafter und Arbeitnehmer mit Leitungsfunktion im bundesweit agierenden Unternehmen tätig sind oder in der Vergangenheit waren. Laut Zoll und Staatsanwaltschaft war das Ziel der Aktion, Beweismittel sicherzustellen, die den Verdacht der Schwarzarbeit erhärten und diesbezüglich Zeugen zu vernehmen.

Bei den Durchsuchungen stellten die Beamten dann auch umfangreiches Beweismaterial sicher, darunter Computer und Mobiltelefone, die nun von Spezialisten des Zolls für IT-Forensik ausgewertet werden.

Nach derzeitigem Ermittlungsstand stehen die Beschuldigten im Verdacht, Mitarbeiter beschäftigt zu haben, ohne sie bei der Sozialversicherung angemeldet zu haben. Dabei sollen sie versucht haben, Barauszahlungen von Schwarzlöhnen mit fingierten Zahlungen und Scheinrechnungen zu verschleiern.

Firmengeld verschoben

Darüber hinaus sollen die Beschuldigten in großem Umfang Firmengeld auf Privatkonten verschoben haben. Den Schaden für die Sozialversicherung schätzen die Ermittler des Zolls, nach bisherigen Ermittlungen, rund auf 1,5 Millionen Euro, die sich auf einen Tatzeitraum von knapp drei Jahren erstrecken. Die Ermittlungen kamen ins Rollen, nachdem bei Schwarzarbeitskontrollen des Zolls, bei mehreren Veranstaltungen im Bundesgebiet Unregelmäßigkeiten bei der Anmeldung des Sicherheitspersonals auffielen, teilten die Behörden mit. Nach einer Geschäftsunterlagenprüfung des Kasseler Zolls sei zudem der Verdacht auf Schwarzarbeit in größerem Umfang entstanden.

Während der Beweissicherung fanden die Beamten in mehreren Wohnungen verbotene Gegenstände wie Schlagstöcke, einen Schlagring und ein Faustmesser sowie Messer, Macheten, einen Elektroteaser, ein Reizstoffsprühgerät, einen Nunchako (Würgeholz), zwei Gaspistolen, eine kleine Menge Drogen sowie etliche Ampullen Anabolika.

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