Das letzte von drei Gebäuden

Der Bagger leistete ganze Arbeit: Schandfleck in Vellmar ist jetzt weg

Vellmar. Das Fachwerkhaus an der Kasseler Straße 2 in Vellmar war völlig marode, sein Verbleib lange unklar. Am Dienstag haben wir Teile seines Abrisses vor Ort miterlebt.

Es liegt Spannung in der Luft an diesem Morgen in Vellmar – das Haupthaus des Schandflecks an der Kasseler Straße 2 soll abgerissen werden. Mitarbeiter des Vellmarer Ordnungsamts, Polizei und eine Fachfirma, die fürs Grobe zuständig ist, sperren schnell die Obervellmarsche Straße ab.

9.10 Uhr

Letzte Vorbereitungen: Zwei Lkw bringen auf der gesperrten Straße Container in Stellung – direkt an der Hauswand. Ein Bagger positioniert sich so auf der Obervellmarschen Straße, dass er mit seiner Schaufel die Hausseite zur besagten Straße hin stützt. Ein weiterer wird auf der gegenüberliegenden Seite auf dem Grundstück in Stellung gebracht. Schaulustige sammeln sich an der Kasseler Straße. Die Spannung steigt.

Schweres Gerät: Ein Bagger trägt das Haus an der Kasseler Straße 2 Stück für Stück ab.

9.35 Uhr

Es geht es los: Der Bagger auf dem Grundstück fährt langsam aber bedrohlich auf das ehemals denkmalgeschützte Haus zu und beginnt, das Dach abzureißen. Mächtig Staub aufwirbelnd, fallen Dachziegeln, Bretter und Balken krachend zu Boden.

Es sammeln sich immer mehr Zuschauer an, die dem Spektakel folgen. Darunter sind auch Elvira Dubowy (77) und Elke Raab (73) aus Vellmar. „Ich freue mich, dass das Haus nach so vielen Jahren endlich wegkommt. Es stand so lange leer“, sagt Dubowy, die seit 1964 in Vellmar lebt. „Wir hatten immer wieder Angst, dass etwas vom Haus herabfällt, während wir oder andere daran entlang gingen“, sagt Raab. Wie bei einer Operation wird das Dach jetzt nach und nach abgetragen. Der mächtige Arm des Baggers zieht einzelne Balken heraus und verbringt sie in einen Container. Teils fallen auch großflächige Wandabschnitte herunter. Mitarbeiter der Fachfirma sprühen Wasser, um die Staubentwicklung im Zaum zu halten.

Unter Staub und Lärm: Ein Stück Wand wird herausgerissen.

10.25 Uhr

Mit mittlerweile rund 25 weiteren Zuschauern ist Dubowy noch da und schaut zu. „Auch wenn ich froh bin, dass hier etwas passiert, tut doch auch weh, zu sehen, wie dieses schöne, alte Haus abgerissen wird“, sagt sie etwas wehmütig, während der Bagger gerade die Außenwand des ersten Stocks auseinandernimmt. Weiße Wände auf der Innenseite. Dicker Staub wabert. Zwischendurch wird immer wieder gehupt: Autofahrer halten an der Ampelkreuzung an der Kasseler Straße – und bekommen das Fahrsignal nicht mit. Auch sie wollen zuschauen. 

Rubriklistenbild: © Gorny

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