Mit selbst geschriebenem Stück beim Händel-Experiment 

Schüler der Ahnatal-Schule Vellmar gewannen Musikwettbewerb 

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Harmonieren gemeinsam: Die Schüler der 10a der Ahnatalschule in Vellmar spielen als Klassenorchester seit der fünften Klasse zusammen.

Vellmar. Eigene Musik zu komponieren ist für viele Jugendliche ein Traum. Die Schüler der Klasse 10a der Ahnatalschule in Vellmar verwirklichten sich nicht nur diesen Traum, sondern waren damit auch außerordentlich erfolgreich. Sie gewannen beim „Händel-Experiment“ in der Kategorie „Rondo crossover“.

Das „Händel-Experiment“ ist ein Wettbewerb der ARD, bei der Schulklassen selbst geschriebene Musikkompositionen einreichen können. Die Gewinnerstücke werden vom MDR-Sinfonieorchester und dem MDR-Rundfunkchor in einem finalen Konzert aufgeführt und im Fernsehen übertragen.

Dass die Schüler der 10a in der Lage sind, eigene Musikstücke zu komponieren, liegt an der musikalischen Ausprägung ihrer Klasse. Seit der fünften Klasse spielen sie gemeinsam in einem Orchester. Celina zum Beispiel spielt darin Geige, Tarek die Trompete.

Bei ihrem eingereichten Stück handelt es sich um ein Rondo. „Ein Rondo ist ein Musikstück aus verschiedenen Teilen: A B A C“, beschreibt es Tarek. Seine Lehrerin Marleen Windrich ergänzt: „Man kann es sich wie ein Lied vorstellen, das aus Strophen und Refrain besteht. Dabei variieren die Strophen.“ Das Rondo entwickelten sie im Unterricht über einen Zeitraum von vier Wochen. Als Vorgabe hatten die Schüler die Tonart d-Moll und den 4/4-Takt. In kleinen Gruppen von zwei bis drei Personen erstellten sie mithilfe des Notationsprogramms Ludwig einzelne Teile. Das Programm erleichtert das Komponieren, da es passende Akkorde findet und Begleitstimmen schreiben kann.

Die Klasse wählte gemeinsam die vier schönsten Teile aus und legte die Reihenfolge fest. Tarek arbeitete mit einem Mitschüler am Teil A und Celina komponierte mit einer Klassenkameradin den D-Teil. Das fertige Stück mit einer Länge von 7,42 Minuten reichten sie Ende November beim MDR ein.

Das Rondo der 10a setzte sich unter 266 Einsendungen durch und gewann in der Kategorie „Rondo crossover“. Coach und Juror Ekkehard Meister besucht nun die Schüler und zeigt ihnen in zwei Workshops, wie sie ihr Stück optimieren und auf vier Minuten kürzen können. Dass ein eingereichtes Stück zu lang ist, passiert häufiger, erklärt Ekkehard Meister. Zudem werden Mittel- und Unterstimmen im Stück ergänzt. Dass ihr Stück nun noch einmal verändert wird, stört die Schüler nicht. „Es wird ja nicht das ganze Stück umgeworfen, sondern wir verbessern es“, sagt Celina. Tarek sieht es genauso: „Wir sind keine Profis, aber Herr Meister ist es.“

Dass sie gewonnen haben, hat sie alle überrascht. „Die Erwartungen waren niedrig bei 266 Einsendungen“, erklärt Tarek. Und Celina ergänzt: „Es war erst ein bisschen überraschend, aber dann eigentlich ganz cool“. Meister, der ja auch als Juror über den Erfolg des Stückes mit entschieden hat, beschreibt den ersten Eindruck der Jury: „Es hat originelle Themen, durch die es bei allen Juroren hängengeblieben ist.“

Die Klasse erhält als Preis die Fahrt nach Halle zum Konzert des MDR-Sinfonieorchesters im Mai, bei dem die bearbeiteten Stücke aufgeführt werden, sowie das Coaching.

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