Opfer von Kriminellen

Diebstahl mit Happy End: Professor bekommt seine Brieftasche zurück

Fassungslos und erleichtert zugleich: Prof. Dr. hat sein Portemonnaie wieder, das ihm vor zwei Wochen auf dem Rathausplatz in Vellmar mit einem Ablenkungsmanöver entwendet wurde. Foto: Rogge-Richter

Vellmar. Prof. Dr. Werner Dirlenwanger aus Vellmar hatte Glück im Unglück: Der 76-Jährige ist vor zwei Wochen Opfer eines Trickdiebstahls geworden. Ihm wurde die Geldbörse gestohlen. Eine Woche später tauchte sie wieder auf.

Die perfide Tat, bei der dem pensionierten Informatikprofessor innerhalb weniger Sekunden das Portemonnaie gestohlen wurde, ereignete sich am Mittwochnachmittag mitten auf dem Rathausplatz in Vellmar. Eine Woche später konnte Dirlenwanger seine Geldbörse mit nahezu vollständigem Inhalt bei der Polizei in Vellmar abholen: Unbekannte hatten sie im Schocketal bei Ihringshausen gefunden und abgegeben.

Noch immer fassungslos schildert der Pensionär die Ereignisse. „Ich war unterwegs zur Krankengymnastik und überquerte gegen 16.15 Uhr den Rathausplatz. Es war dort fast niemand unterwegs. Ich trug eine Umhängetasche, in die ich einen Geldbeutel mit Kleingeld sowie ein Portemonnaie mit Scheinen gesteckt hatte“, erinnert sich Dirlenwanger.

In Höhe der Bäckerei sei plötzlich ein Mann in einem auffälligen Bogen auf ihn zugesteuert. „Der Mann streckte mir ein Zwei-Euro-Stück entgegen und bat mich, ihm die Münze zu wechseln. Er sagte, er wolle telefonieren.“

Hilfsbereit suchte Dirlenwanger in seinem Geldbeutel nach Münzen. Dass der Fremde plötzlich ebenfalls in die Börse griff, um ihm bei der Suche nach passenden Cents zu helfen, sei ihm erst im Nachhinein seltsam vorgekommen. „Dann bedankte er sich und ging weiter.“

Beim Weitergehen schöpfte Dirlenwanger plötzlich Verdacht: Warum hatte der Mann ihn angesprochen, obwohl ringsherum Geschäfte waren? „Ich durchsuchte meine Tasche - mein Portemonnaie mit den Scheinen war weg.

Der Dieb muss mit der linken Hand in meine Tasche gegriffen und die große Börse geklaut haben, während er mir mit der rechten im kleinen Beutel beim Heraussuchen der Münzen half.“

Schnell ließ Dirlenwanger seine zwei EC-Karten sperren und informierte die Polizei. Zudem waren seine Gesundheitskarte, ein 50-Euro-Schein sowie etwa 30 Euro in weiteren Scheinen und einige persönliche Dokumente weg. „Zum Glück wurde vom Konto nichts unrechtmäßig abgebucht“, sagt Dirlenwanger.

Am vergangenen Mittwoch folgte dann der erlösende Anruf von der Polizei in Vellmar: Spaziergänger, deren Adresse die Polizei laut Dirlenwanger nicht mehr hatte, hatten das Portemonnaie in einem Gebüsch gefunden.

„Ich freute mich, dass der Inhalt komplett war - bis auf die Scheine, doch das war zu verkraften.“ Zu Hause kontrollierte Dirlenwanger sein Portemonnaie genau und fand schließlich auch den 50-Euro-Schein darin. „Den hatte ich in einen Kontoauszug gelegt. Der Dieb hatte ihn nicht entdeckt. Und die Finder waren so ehrlich, ihn nicht zu behalten“, sagt Dirlenwanger.

Von Sarah Rogge-Richter

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