Holding-Chef bleibt in U-Haft

Sicherheitsdienst 24: Ermittlungen dauern an

Leergeräumt: Das Haus der Sicherheit an der Bundesstraße 7 steht mittlerweile leer. Kürzlich wurden die Möbel aus dem Gebäude abgeholt. Archivfoto: Schaffner

Vellmar. Gut fünf Monate sind vergangen seit der Razzia beim Sicherheitsdienst 24 in Vellmar, und die Ermittlungen wegen des Verdachts der Schwarzarbeit, des Sozialversicherungsbetrugs und der Steuerhinterziehung dauern weiter an.

Der 37-jährige Holding-Chef sitzt auch vier Monate nach seiner Festnahme in Untersuchungshaft in Wehlheiden, bestätigt Götz Wied, Sprecher der Staatsanwaltschaft Kassel auf Anfrage.

Wie lange noch ermittelt wird? Dazu wollte der Oberstaatsanwalt keine Angaben machen. Auch wann Anklage erhoben und das Gerichtsverfahren eröffnet wird, ist weiter unbekannt. Dass die Vorwürfe schwerwiegend sein müssen, ist aber nicht von der Hand zu weisen, sonst säße der gebürtige Bad Emstaler nicht wegen Fluchtgefahr weiterhin in U-Haft.

Weil die Geschäftsunterlagen immer noch bei den Ermittlungsbehörden liegen, ist es auch für Insolvenzverwalter Henning Jung und sein Team von der Kasseler Anwaltskanzlei Westhelle & Partner weiterhin schwierig, das laufende Insolvenzverfahren abzuwickeln. „Viel Arbeit und wenig Spektakuläres“, beschreibt Jung die aktuelle Situation. Das Vermögen müsse sauber getrennt werden. Erst kürzlich habe Jung einem Gläubiger das Mobiliar aus der Firmenzentrale an der Bundesstraße 7 in Vellmar herausgegeben. „Der Gläubiger konnte nachweisen, dass es sich um sein Eigentum handelt.“

Henning Jung

Auch vier Monate nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens würden sich noch viele Gläubiger mit offenen Forderungen bei ihm melden, die noch Nachweise erbringen müssten – unter ihnen befänden sich ehemalige Arbeitnehmer frühere Auftraggeber. Dabei ist die Soll-Frist für Gläubiger bereits am 26. März abgelaufen. Das bedeute aber nicht, dass keine weiteren Forderungen eingereicht werden dürften. Wann das Insolvenzverfahren abgeschlossen wird, kann Jung nicht sagen. Klar ist aber, dass die Insolvenzmasse nicht reichen wird, um die Forderungen aller Gläubiger zu bedienen.

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