Stadt ließ Schadnagerstationen installieren

Stadt Vellmar kämpft gegen Wanderratten im Ahnepark

Hinweise: Vor den Gefahren des wahllosen Entenfütterns warnen Schilder im Ahnepark unter dm Motto „Entenbrot ist Ententod“. Unterwegs in der Sonne ist auf unserem Foto Samira Sanden aus Söhrewald. Fotos: Wewetzer

Vellmar. Gegen die Invasion der Wanderratte kämpft die Stadt Vellmar nun schon seit Jahren. Um die Population der Nager zu drosseln, sind jetzt 18 dauerhafte Stationen mit Giftködern bestückt worden.

Der Frühling hält Einzug im Vellmarer Ahnepark. Die Gelbwangenschildkröten sonnen sich auf den Steinen, die Karpfen kommen an die Oberfläche der Teiche. Damit einher gehen aber auch verstärkte Aktivitäten diverser Schädlinge. In vorderster Front steht weiterhin die Wanderratte. Auf 50 bis 100 Stück schätzt Hartmut Siek, beim Vellmarer Bauhof seit 1989 für den Park zuständig, ihre Zahl - im Frühjahr mit steigender Tendenz.

Nach einer groß angelegten Bekämpfungsaktion mit Giftködern im November 2009 ist die Stadt Vellmar inzwischen zur Dauerbeköderung übergegangen, um die Population der Nager zu drosseln, erläuterte Wolfhard Eidenmüller, zuständig für öffentliche Sicherheit und Ordnung.

Bekämpfung: In 18 dieser grünen Boxen abseits der Wege sind die Giftköder für die Ratten ausgelegt.

18 sogenannte Schadnagerstationen ließ die Stadt über eine von ihr beauftragte Fachfirma abseits der Hauptwege fest im Park installieren und mit Giftködern bestücken. Dabei handelt es sich um sogenannte Sicherheitsboxen mit Labyrintheingang, damit andere Tiere und Kinder nicht an die Köder gelangen. Außerdem ist der Giftanteil so gering, dass er für erwachsene Menschen nicht gefährlich ist.

Aber für die Ratte reicht es. Hat sie den Köder gefressen, dauert es einige Tage, bis das Gift wirkt. Zeit genug für die Tiere sich in ihren Bau zurückzuziehen und dort zu sterben. Das verhindert, dass die toten Nager im Park herumliegen. Die Fachfirma kontrolliert regelmäßig die Boxen und tauscht auch mal die Köderart aus, um einen Gewöhnungseffekt zu vermeiden.

Die Stadt Vellmar kümmert sich um die Beköderung der Kanalisation, die laut Eidenmüller von den Ratten als Verbindungsweg genützt wird, um möglichst schnell von A nach B zu kommen. Um den Ratten nicht einen „gedeckten Tisch“ (Eidenmüller) zu offerieren, hat die Stadt damals auch die Kampagne „Entenbrot ist Ententod“ gestartet. Denn die Fütterung der Enten schadet diesen und lockt wegen herumliegender Reste auch die Nager an.

Aber nicht nur die Ratten beschäftigen die Stadt. Eine Plage sind nach Auskunft von Hartmut Siek seit Jahren auch die vielen Kaninchen, die die Rosen anfressen. Da im Park nicht geschossen werden darf, beauftragte die Stadt einen Jagdpächter, mit Falken und Frettchen Jagd auf die Kaninchen zu machen. Auch der Bisam wurde gesichtet, der die Uferböschungen der Teiche unterhöhlt.

Zu den harmlosen Exoten gehören dagegen die zehn Rot- und Gelbwangenschildkröten, die eigentlich in den ruhigen Gewässern der USA heimisch sind und vor Jahren im Park ausgesetzt wurden.

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