Sternschnuppe in Vellmar ist Wellcome-Standort: Ehrenamtliche helfen jungen Familien

+
Stolz auf das neue Kind der Sternschnuppe: Bürgermeister Dirk Stochla (von links), Wellcome-Koordinatorin Maria Petri, Vize-Landrätin Susanne Selbert, Wellcome-Gründerin Rose Volz-Schmidt, Pfarrer Matthias Risch, Marga Stietz-Krüger, Leiterin der Sternschnuppe und des Wellcome-Standorts, sowie Elke Maria Malburg vom Hessischen Sozialministerium weihten den neuen Wellcome-Standort Vellmar ein.

Vellmar. Das Baby schreit, der Kühlschrank ist leer, das Geschwisterkind eifersüchtig, die Mama noch erschöpft von der Entbindung und der Papa schon wieder an der Arbeit: Hier hilft das Projekt Wellcome.

Die ersten Wochen nach der Geburt eines Kindes können - trotz aller Freude über das Neugeborene - ganz schön stressig sein.

Um Familien, die keine Unterstützung von Verwandten, Freunden oder Nachbarn haben, in der ersten Zeit nach der Geburt praktische Hilfe anzubieten, wurde das Projekt Wellcome ins Leben gerufen.

Seit Mittwoch gehört auch die anerkannte Familienbildungsstätte Sternschnuppe unter der Trägerschaft der evangelischen Johanneskirche in Vellmar offiziell zu den mehr als 250 Wellcome-Standorten in Deutschland. Es ist der erste und bislang einzige Wellcome-Stützpunkt im Landkreis Kassel.

Unter den mehr als 80 Gästen, die zur feierlichen Eröffnung im Saal der Johanneskirche in Vellmar-West begrüßt wurden, waren Wellcome-Gründerin Rose Volz-Schmidt, Elke Maria Malburg vom Hessischen Sozialministerium, Vize-Landrätin Susanne Selbert, Bürgermeister Dirk Stochla, Dr. Wouter Simoens, Chefarzt für Geburtshilfe und Pränatalmedizin der Frauenklinik Dr. Koch in Kassel, und Martina Gnadt von der evangelischen Landeskirche.

Matthias Risch, Pfarrer der Johanneskirche, begrüßte mit Marga Stietz-Krüger, Leiterin der Sternschnuppe und des Wellcome-Standorts Vellmar, die Freunde und Förderer. Auch er freute sich über das neue „Baby“ der Sternschnuppe. „Es lohnt sich, den Menschen zu helfen, die Kinder in die Welt setzen“, warb Risch um ehrenamtliche Helferinnen und Spenden.

Bereits seit vergangenem Sommer sind vier Frauen auf ehrenamtlicher Basis für das Angebot der Sternschnuppe im Einsatz, berichtete Maria Petri, die die „Engel“ koordiniert: „Wir haben bereits sechs Familien unterstützen können.“

Im ersten Lebensjahr kommen die Ehrenamtlichen - zeitlich begrenzt für etwa drei Monate -- ein- bis zweimal pro Woche zu den Müttern aus Vellmar und Umgebung nach Hause. Zwei bis drei Stunden lang helfen sie den Mamas im Alltag: Sie wachen über den Schlaf des Babys, während die Mutter duscht oder isst, gehen mit dem Geschwisterkind zum Spielplatz, kaufen ein oder hören einfach nur zu.

„Die ersten Wochen mit unserer Tochter waren viel schwieriger, als ich zuvor gedacht hatte“, erinnerte sich Rose Volz-Schmidt. Von ähnlichen Erfahrungen berichtete auch Elke Maria Malburg vom Sozialministerium, das die Wellcome-Standorte mit einer Anschubfinanzierung über drei Jahre unterstützt. „Heute gibt es zahlreiche Netzwerke der frühen Hilfen. Auch Wellcome verbreitet sich schnell. Das finde ich wunderbar“, sagte Malburg.

Kontakt: Maria Petri, Die Sternschnuppe, Lüneburger Str. 12 in Vellmar, Tel. 0561/82 59 29 (donnerstags 15 bis 17 Uhr) www.wellcome-online.de

Hintergrund

Die gemeinnützige Wellcome GmbH wurde im Jahr 2002 von Rose Volz-Schmidt als Leiterin zweier Familienbildungsstätten der evangelischen Kirche in Hamburg entwickelt.

Schirmherrin ist Bundeskanzlerin Angela Merkel, Patin des Standorts Vellmar ist Vize-Landrätin Susanne Selbert.

Zurzeit gibt es laut Organisation deutschlandweit mehr als 250 Wellcome-Teams in 15 Bundesländern, in denen sich rund 4200 Ehrenamtliche engagieren.

Wellcome finanziert sich zum größten Teil über Spenden - diese werden unter anderem für den Versicherungsschutz, die Fahrtkosten und Fortbildungen der Ehrenamtlichen verwendet.

Für die Hilfe wird den Familien eine Gebühr von 5 Euro pro Stunde und eine einmalige Vermittlungsgebühr von bis zu 10 Euro berechnet. Individuelle Ermäßigungen sind möglich, so die Organisatoren des Projekts.

Von Sarah Rogge-Richter 

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.