Musical vom verlorenen Sohn in der Weimarer Kirche

Die Suche nach dem Weg zurück

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Band und Chor Adora: Die Akteure zeigten das Musical „Verloren? Gefunden!“ in der Weimarer Kirche.

Vellmar. Dass Geschichten aus der Bibel auch in der heutigen Zeit ganz aktuell sein können, das haben die Künstler von Band und Chor Adora am Freitagabend in der Weimarer Kirche gezeigt. Mit ihrem Musical „Verloren? Gefunden!“ begeisterten die Musiker aus Ahnatals Partnerstadt Burgstädt das Publikum. Eingeladen zu dem Konzert hatte die evangelische Kirchengemeinde Weimar.

Scheinbar mühelos gelang es Adora, das biblische Gleichnis vom verlorenen Sohn ins Jetzt zu übertragen. So lebt der Vater mit seinen beiden Söhnen auf einem Biobauernhof samt Biogasanlage, die Familie beschäftigt 400-Euro-Jobber und schlägt sich mit EU-Siegeln herum. All dem will der eine Sohn entfliehen und macht sich mit seinem Erbteil auf den Weg. Schnell gerät er in die Fänge der Banken, die ihm sichere Renditen versprechen und ihm doch nur das Geld aus der Tasche ziehen.

Dann landet er bei einer Sekte, die Erkenntnis verspricht - zum fabelhaften Einstiegspreis von 599,27 Euro plus Mehrwertsteuer. Dabei klagt er doch eher über ein „Ungleichgewicht in der Brieftasche statt im Karma“. Es folgen Drogen, wilde Gelage und am Ende das Wühlen im Müll auf der Suche nach etwas Essbarem.

Überzeugend stellten die Darsteller in einer aufwendig gestalteten Kulisse den Absturz, die Reue und die Suche nach dem Weg zurück musikalisch dar - mit oft rockigen und manchmal leisen Tönen sowie zeitlosen Texten, die zum Nachdenken einluden. Zum Beispiel darüber, dass man nicht in die Ferne ziehen muss, um verloren zu gehen. Über unseren eigenen Umgang mit Verlust und Versagen, Neid und Missgunst. Aber auch über die Kunst des Verzeihens, über die Gnade und die Kraft einer Liebe „die nicht nach Verdienst und nicht nach deinen guten Werken fragt, … die der Vater jedem schenkt, der einen neuen Anfang mit ihm wagt“. (pmi)

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