Feuer in Niedervellmar

Esso-Tankstelle bleibt nach Brand zu: Kontroverse um Einsatz der Wehr

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Zerstört: Pächter Ralf Heidmann leuchtet mit der Taschenlampe in den Aufenthaltsraum der Mitarbeiter.

Vellmar. Der Brand an der Esso-Tankstelle in Niedervellmar am frühen Sonntagmorgen war nach Eintreffen der Vellmarer Wehr schnell gelöscht. Wann der Betrieb im Verkaufsraum und an den Zapfsäulen wieder aufgenommen werden kann, ist laut Pächter Ralf Heidmann aber noch nicht absehbar.

Laut Polizei war Brandstiftung die Ursache dafür, dass gegen 5 Uhr ein Müllcontainer und Altreifen an einer Seitenwand der Geschäftsräume in Flammen standen. Die Schadenshöhe sei noch unklar, meint der Pächter, diese müsste erst noch durch Sachverständige und Gutachter ermittelt werden.

Allerdings sei sein Betrieb erheblich geschädigt worden. Denn Aufenthaltsraum und Büro, die hinter der Außenwand liegen, an der es gebrannt hatte, seien völlig zerstört. Auch die Gebäudekonstruktion - in Teilen aus Metall - sei beschädigt. Der Verkaufsraum ist verrußt, möglicherweise auch die Kühlelemente zum Beispiel für Getränke in Mitleidenschaft gezogen. Gefahr für die Kraftstofftanks habe durch das Feuer nicht bestanden, „die sind abgesichert“, sagt Tankstellenpächter Heidmann.

Am Sonntag um 5.15 Uhr sei er von dem Brand informiert worden, sagt Heidmann. Da waren er und seine Ehefrau Kornelia, die in der Tankstelle arbeitet, noch in Kroatien. Der Urlaub wurde nach einer Woche abgebrochen, am Sonntagabend schaute sich das Paar die Schäden an. Seitdem wird aufgeräumt.

Nadine und Mario Galuschka wohnen im Nachbarhaus. Kurz nach 5 Uhr wurden sie von anderen besorgten Anwohnern aus dem Bett geklingelt. Beim ersten Blick aus einem Fenster ihrer Obergeschosswohnung habe sie Rauch gesehen, sagt Nadine Galuschka. Dann ging das Paar auf die Straße - und wunderte sich. „Polizei und Notarzt waren schon da, nur die Feuerwehr nicht“, sagt der 43-Jährige. Deren Eintreffen habe „ewig gedauert“.

Diesen Eindruck hatte auch Martina Schäfers, die gegenüber der Tankstelle wohnt. Erst nach 20 Minuten, so ihre Einschätzung, sei die Wehr vor Ort gewesen. Der Brand an einer Tankstelle im Wohngebiet habe ihr Angst gemacht, „sicherlich, da dauert jede Minute, die man wartet, besonders lang“.

Von der Alarmierung per Funkmelder bis zum Eintreffen an der Brandstelle habe es sieben Minuten gedauert, sagt der stellvertretende Stadtbrandinspektor Johannes Zelmer. Dies sei im Protokoll festgehalten worden. Als er am Sonntagmorgen am Feuerwehrhaus eintraf, habe er den starken Brandrauch sehen können. Daher habe er zur Sicherheit per Sirene weitere Kräfte alarmiert. „Da war das erste Fahrzeug schon unterwegs.“

Von Michael Schräer

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