Testfahrt auf neuer Tram-Strecke nach Vellmar – Waggons meist gut gefüllt

Vellmar/Kassel. Die KVG hat zwar noch keine statistischen Erhebungen über die Fahrgastzahlen auf der neuen Straßenbahnstrecke Vellmar-Kassel, aber nach ersten Beobachtungen der zahlreichen Mitarbeiter an der Strecke lässt sich das Projekt gut an.

Ein Schwerpunkt der Beobachtungen der KVG ist zurzeit, ob das Platzangebot in den Fahrzeugen gerade in den Hauptverkehrszeiten, wenn Schüler und Berufstätige die Tram nutzen, ausreicht.

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Testfahrten der HNA haben gezeigt, dass zum Beispiel die insgesamt 150 Park-and-Ride-Plätze an den Haltestellen Vellmar-Nord und Dörnbergstraße in der Regel morgens schon zu einem Drittel gefüllt sind. Auch die Sitzplätze der Trams sind meist gut besetzt.

In der S-Kurve ruckelt’s - Ein Erfahrungsbericht

10 Uhr an einem Werktag in Vellmar. Langsam gleitet die blaue Tram durch das Halbrund an der Endhaltestelle Vellmar Nord, schwenkt auf die Landesstraße und nimmt Fahrt auf in Richtung Vellmar Stadtmitte.

Bei der Ausfahrt fällt unser Blick auf den angrenzenden Park-and-ride-Parkplatz mit 100 Stellplätzen, der schon zu gut einem Drittel gefüllt ist. Auch die Fahrradboxen sind nach Auskunft der Stadtverwaltung bis auf eine alle belegt.

Video aus dem Archiv: Jungfernfahrt ist vollbracht

Gut eine Woche nach der Streckeneröffnung sind wir mit der Tram unterwegs. Wir wollen erste Eindrücke darüber sammeln, wie der neue, 37 Millionen Euro teure Streckenabschnitt, der es ermöglicht, ohne Umsteigen von Vellmar bis zum Bergpark Wilhelmshöhe zu fahren, von den Kunden angenommen wird. Und um zu testen, wo - gerade für Senioren - mögliche Tücken der neuen Strecke liegen könnten.

An diesem Morgen ist die Bahn gut gefüllt, aber nicht überfüllt. Nur wenige Sitzplätze sind noch frei, als sie den Haltepunkt Stadtmitte verlässt, stehen muss niemand. Senioren sind genauso unter den Fahrgästen wie junge Mütter mit Kindern.

Am Mittag dann ein ganz anderes Bild: Jetzt stürmen die Schüler der Ahnatalschule die Waggons. Bei dem Gedrängel wird es eng auf dem Bahnsteig, gerät schon der eine oder andere Fuß mal kurz auf die Gleise, als die Tram einrollt.

Fotos: Jungfernfahrt ist vollbracht

Tram nach Vellmar: Jungfernfahrt ist vollbracht

Zurück zu unserer morgendlichen Fahrt. Die junge Mutter mit Kind zieht ihr Ticket, als die Waggons die Brüder-Grimm-Straße hinunter zum Festplatz beschleunigt werden. An den Haltestellen und an der neuen Strecke stehen immer wieder Mitarbeiter der KVG in Warnwesten und beobachten die Abläufe. So zum Beispiel, ob die Fahrzeugkapazitäten gerade in den Hauptverkehrszeiten für Schüler und Berufstätige reichen.

Dass an diesem Tag keiner der Senioren stehen muss, ist gut so. Denn als sich die moderne Niederflurbahn über die Kreuzung Obervellmarsche Straße der B 7 / 83 nähert, gilt es - in der Formel 1 würde man sagen: eine Schikane zu bewältigen. Erst eine Rechtskurve vorbei an der Firma Seebach, dann gleich scharf links der Schwenk parallel zur Bundesstraße - das ruckelt kräftig.

Kein Problem für die Tram ist dann die 7,5-prozentige Steigung hoch zur Haltestelle Dörnbergstraße am neuen Kreisel. Auch hier ist der Park-and-ride-Parkplatz mit seinen 50 Plätzen gut gefüllt.

Jetzt, nachdem wir die „Bergetappe“ hinter uns haben, rollt die Straßenbahn zügig die B 7 hinunter, die Autofahrer haben das Nachsehen und müssen an den Ampeln warten. Auch die zwei Querungen der Bundesstraße machen deshalb keine Probleme. Schnell erreichen wir die Holländische Straße in Kassel und fahren nach kurzem Stopp weiter Richtung Königsplatz.

Entspannt rollen wir die Holländische Straße entlang. Ohne Stress mit anderen Autofahrern, ohne Probleme, später am Ziel einen Parkplatz suchen zu müssen. Nach 19 Minuten Fahrzeit stoppen wir am Königsplatz, steigen aus - und sind mitten in der City.

Von Stefan Wewetzer

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